Graureiher lässt Alarmglocken schrillen

Vogelgrippe Landrat rät zur Vorsicht

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Im mittleren Erzgebirge ist auch Dittersdorf betroffen. Foto: Andreas Bauer

Zschopau. Fünf Kommunen im Erzgebirgskreis sind vom Landratsamt zum "Beobachtungsgebiet Geflügelpest" erklärt worden. Neben Zschopau inklusive Krumhermersdorf sowie Gornau mit seinen drei Ortsteilen sind auch die Gemeinden des Verwaltungsverbandes Wildenstein und Dittersdorf betroffen.

Auslöser für diesen Schritt war der Ausbruch der Geflügelpest in Mittelsachsen: In Erdmannsdorf war ein toter Graureiher entdeckt worden, der das gefährliche Vogelgrippe-Virus vom Subtyp H 5 in sich trug. Alarmierend ist zudem der erstmalige Ausbruch in einem Nutztierbestand im Landreis Nordsachsen, wo mindestens 6500 Puten getötet werden müssen. "Damit hat die aktuelle Situation hinsichtlich des Geflügelpestgeschehens in Sachsen eine völlig neue Dimension erreicht", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass das derzeit auftretende Virus besonders aggressiv und infektiös für Vögel ist. Eine vergleichbare Situation führte 2015 in den USA dazu, dass 49 Millionen Vögel getötet werden mussten. "Diese Zahlen sollen die Bedeutung dieser Tierseuche verdeutlichen und Verständnis für unsere Sorgen und Vorbeugemaßnahmen wecken, denn es gibt keinerlei Möglichkeit einer Schutzimpfung für die Tiere", erklärt Jutta Leonhardt aus der Pressestelle des Landrates. Im "Beobachtungsgebiet Geflügelpest" muss Geflügel mindestens bis zum 13. Februar in Ställen gehalten werden.

Einrichtungen zur Desinfektion direkt an den Ställen sind ebenso wichtig wie die Aufmerksamkeit aller Bürger. Wenn jemand frei laufendes Nutzgeflügel sieht, sollt es unverzüglich dem Veterinäramt des Landratsamtes gemeldet werden. Auch das Auffinden verendeter Wildvögel sollte dort zeitnah angegeben werden. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt ist unter der Telefonnummer 03771/2773340 erreichbar.