Grenzen überschreiten, um etwas zu erreichen

WORT ZUM SONNTAG von Bernhard Lauckner

Manchmal muss man Grenzen überschreiten, wenn man etwas erreichen will. Da darf man nicht zögern und denken: Das klappt am Ende ja sowieso nicht. Wenn Dir entgegnet wird: "Das wird nie was." Und auch Angst darf man keine haben, oder unterdrückten Respekt.

Geprägt hat mich das Erlebnis mit einer Frau aus meiner Nachbarschaft. Sie überschritt die Grenze, die ihr Anstand, Religion oder Kultur erzogen haben. Eine gehörige Portion Mut braucht es dazu und der beeindruckt mich.

In der Bibel berichtet eine Geschichte. Sie spielt im Grenzland. Dort, wo Zollstationen und Wachposten markieren, wer wohin gehört. Jesus hat sich mit seinen Freunden ins Grenzland begeben. Eine Weile Ruhe hofft er zu finden, drüben auf der anderen Seite. Dort im Ausland taucht dann plötzlich eine Frau auf, mit lautem Geschrei. Sie hat Jesus erkannt und schreit: "Ach Herr, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir, meine Tochter wird von einem bösen Geist furchtbar gequält!." Eigentlich hat sie keinen Anspruch auf Hilfe, wenn man sich an die Grenzen hält, die Menschen gezogen haben. Sie ist für Jesus eine Ausländerin. Und in ihrem Land wird ein anderer Gott verehrt.

Die Begegnung von Jesus und dieser namenlosen Frau zeigt mir: Es wird gut, wenn man Grenzen überschreitet. al