Größte Flächen-Grabung in Annaberg

Wirtschaft Finanzminister informiert sich über Stand der Grabungen

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Grabungsleiter Silvio Bock (r.) erläutert der Delegation mit Finanzminister Georg Unland (links 2. v. r.) den 2. Grabungsabschnitt. Foto: Ilka Ruck

Annaberg-B. Es ist die bisher größte Flächengrabung in Annaberg-Buchholz und die Archäologen sind von ihren Funden hell begeistert. Die Rede ist vom zukünftigen Erzgebirgsfinanzamt, das auf dem Areal des ehemaligen Franziskanerklosters entsteht.

Hier, wo dereinst der Bettelorden der Franziskaner und für kurze Zeit die Annaberger Münze ansässig waren, soll bis zum Jahre 2021 ein Großfinanzamt entstehen, in dem zirka 400 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dabei wird auf historischem Grund die vorhandene Bausubstanz der Alten Post, des Amtsgerichtes sowie des bestehenden Hauptgebäudes des Finanzamtes durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Nach Abschluss des ersten Grabungsabschnittes im Dezember 2016 und dem Abbruch weiterer Gebäude wurde im Januar der zweite Grabungsabschnitt begonnen.

Am Montag informierte sich Sachsens Finanzminister Georg Unland über die Grabungen. Landesarchäologin Regina Smolnik und Grabungsleiter Silvio Bock vom sächsischen Landesamt für Archäologie konnten dabei Erstaunliches vorweisen. Die Fachleute präsentierten und erläuterten die gut erhaltenen Funde. Darunter befinden sich unter anderem zahlreiche technische Keramiken aus der Zeit als sich auf dem Areal die Annaberger Münze befand.

"In den zurückliegenden Monaten konnten durch akribische Untersuchungen viele Zeugnisse der Vergangenheit geborgen und dokumentiert werden, die ein neues Licht auf Annaberg werfen. Überraschend ist die Vielzahl an archäologischen Relikten aus dem Bereich der Metallurgie, welche die große Bedeutung Annabergs für die Silbergewinnung und - verarbeitung in Sachsen währen des 16. Jhd. eindrucksvoll bestätigt", erläuterte Regina Smolnik.

Neben den Funden wurde außerdem der Stand der Planungsarbeiten für den Bau vorgestellt. Georg Unland betonte: "Der Verantwortung für den geschichtsträchtigem Grund werden wir gerecht, indem wir mit dem Neubau historische Gebäudestrukturen wieder aufnehmen und die zum Teil denkmalgeschützten Bestandsbauten umfassend sanieren."