Grünhainchen hat Krimi-Potenzial

Lesung Ein Buch voller Kurzkrimis mit Tatort im Erzgebirge

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Stefan Tschök las seinen Krimi "Taxi nach Berlin". 90 Besucher erfreuten sich an diesem echten Grünhainichener Kriminalstück. Foto: Dirk Trautmann

Grünhainichen. "Schatten über dem Erzgebirge" heißt ein Buch voller Kurzkrimis, die im Erzgebirge spielen. Und einige bekannte und weniger bekannte Autoren haben dafür zur Feder gegriffen, heutzutage nimmt man eher den Computer und tippt seine Gedanken in die Tastatur.

Ralf Alex Fichtner ist darunter, der eher für seine Zeichnungen bekannt ist. Auch ein Schreiber von Beruf ist unter den Autoren, der Journalist Mario Ulbrich, der für die Lokalredaktion Aue der "Freien Presse" arbeitet. Elf Autoren sind mit ihren Geschichten in dem kleinen Band versammelt, einige davon wurden am Donnerstagabend in Grünhainichen gelesen.

90 Besucher lauschten in der Rockhausmühle den Krimis

90 Besucher kamen in die Rochhausmühle in Grünhainichen. Gelesen wurden die Geschichten von den Annabergern Gert und Christiane Schlott. Auch Tschechisch war zu hören, kommen doch einige der Schreiber aus dem Nachbarland. Und von Schmugglern war zu hören, die Crystal Meth über die Grenze bringen, um die Droge in Deutschland zu verklingeln.

Ralf Alex Fichtner hat seinen Beitrag für den Krimiband "Die Todeshaube" genannt, um den Grünen Knollenblätterpilz geht es darin, besser, um dessen Extrakt. Eine ansehnliche Rotkappe wird damit geimpft. Guten Appetit!

Wahre Begebenheiten aus Grünhainchen

Und dann kam Stefan Tschök mit "Taxi nach Berlin". Echten Lokalkolorit verströmte die Kurzgeschichte zwar nicht, dafür existierten die Figuren wirklich in Grünhainichen. Kurt und Amalie Vogel hießen die Beiden, die sich besonders innig liebten.

Die brave Ehefrau Amalie aber vergiftete ihren Kurt ganz langsam mit einer kleinen Dose Rattengift. Besonders habe sie darauf geachtet, so Autor Stefan Tschök, dass ihr Kurt auch immer seinen Kaffee trank. "Ich habe mir einige dichterische Freiheiten herausgenommen, aber die Geschichte stimmt", sagte der Chemnitzer.

Die Inspiration kam aus der Rochhausmühle

Von Constanze Ulbricht, der Leiterin der Marienberger Baldauf Villa, sei er nach einer Kurzgeschichte gefragt worden, die im Erzgebirge, möglichst in Grünhainichen spielt. Die hatte Tschök nicht, doch den Tipp, er solle doch Ralph Geisler von der Rochhausmühle anrufen, der habe bestimmt eine Idee. Die hatte er und noch dazu für eine echte Kriminalgeschichte aus Grünhainichen.

"Wir Kinder haben die beiden nur `Mammelie` und `Pappelie` gerufen, weil die beiden immer so lieb miteinander umgegangen sind", erinnerte sich Gunter Hübler, Grünhainichener und Zeitzeuge der Kriminalgeschichte, die sich in seinem Heimatdorf zugetragen hatte.

Zwei Frauen, die heute im ehemaligen Haus von Amelie und Kurt Vogel wohnen, waren am Donnerstag auch bei der Lesung und waren ganz begeistert von der Geschichte, die sie natürlich auch kennen.