Grünhainer pflegt Tradition

Treffen Holzkünstler laden zum Austausch ein

Wenn sich an diesem Sonntag (8. November) von 10 bis 17 Uhr zum zweiten Mal Schnitzer aus den Spiegelwald-Anrainer-Kommunen im König-Albert-Turm treffen, wird Stefan Gräßler aus Grünhain mit dabei sein. Gräßler, der schon seit seiner Kindheit schnitzt, gehörte im vergangenen Jahr zu den Initiatoren des Treffens. "Wir wollten einfach nicht mehr, dass jeder im eigenen Saft schmort und man sich untereinander nicht kennt", so der 63-Jährige, der hauptsächlich Bergmänner schnitzt. "Ich schnitze kaum Einzelfiguren, sondern fast ausschließlich Gruppen." Und diese Gruppen erzählen bei Gräßler immer kleine Geschichten. Professionalität erhielt Gräßlers Wirken schon zu DDR-Zeiten durch ein Abendstudium an der Kulturakademie in Karl-Marx-Stadt. Die praktischen Teile absolvierte er in Annaberg und Schneeberg. "Dabei habe ich den Abschluss als Schnitzlehrer gemacht." Etliche Jahre lang vermittelte er das Schnitz-Einmaleins an Kinder und Jugendliche. Nach 1990 brach aus seiner Erfahrung sehr viel weg. Auch er selbst fungierte nicht mehr als Schnitzlehrer. Dafür engagierte sich Gräßler im Berg- und Krippenverein seines Heimatortes. Beim Schnitzertreffen am Sonntag werden nicht nur Schnitzer dabei sein, die zu Vereinen oder Interessengemeinschaften gehören, sondern auch einige Einzelkämpfer. Im Rahmen des Schnitzertreffens sind auch Besucher herzlich eingeladen. Sie können die Aktiven bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen oder auch eine kleine Ausstellung besichtigen. Im vergangenen Jahr war der Zuspruch enorm: "Zeitweise gab es kein Durchkommen, weil so viele Gäste da waren", erinnert sich Gräßler. Der Eintritt zum Schnitzertreffen ist frei, allerdings wollen die Organisatoren eine Spendenkasse aufstellen. "Wem es gefallen hat, der kann etwas einwerfen", so Stefan Gräßler.