Grünhainerin will die Lust aufs Lesen wecken

Schmökerstoff Für Jung und Alt steht im Ort jetzt ein Bücherschrank bereit

Grünhain. 

Grünhain. Lesen bildet, unterhält und macht Spaß. Davon ist Elena Hüsgen überzeugt. Die Grünhainerin verschlingt zeitweise vier Bücher parallel zueinander. Entsprechend groß ist ihr Regal-Bestand, von dem sie jetzt ausgesuchte Exemplare für ein Experiment in ihrer Heimatstadt zusammengestellt und in einen Bücherschrank gesteckt hat. Der Clou: Diese Sammlung steht allen Leseratten offen. Zu jeder Zeit. Und kostenlos. "Ich würde mich freuen, wenn viele Einwohner und insbesondere Familien darauf zugreifen", sagt die 43-Jährige. Wer ein Buch oder mehrere Exemplare entnimmt, muss nur eine Bedingung erfüllen: Das Sortiment mit der gleichen Stückzahl wieder auffüllen. "Und dies aber immer in einem angemessenen Gegenwert", betont Elena Hüsgen. Denn der in einem strahlenden Lindgrün angestrichene Büroschrank aus VEB-Zeiten - er steht im Buswartehäuschen "An der Warte" in Grünhain - soll nicht zur Müllhalde für alte und ausgediente Schinken werden. "Das ist nicht Sinn und Zweck", sagt die Initiatorin, die an alle Altersgruppen und Geschmäcker gedacht hat. Von Kinder- und Lernbüchern über Erwachsenenlektüre bis hin zu Romanen, Familiengeschichten und Krimis findet sich jedes Genre wider. Der Anfangsbestand beträgt rund 120 Bücher. "Auf diesem Level sollte es bleiben", wünscht sich die Mutter eines achtjährigen Sohnes, der das Lesen auch schon für sich entdeckt hat. "Wir verzichten daheim komplett aufs Fernsehen. Da bleibt viel Zeit zum Schmökern", sagt Elena Hüsgen. Sie hofft mit Blick aufs Projekt Bücherschrank, das es in dieser Form schon in mehreren Städten und Orten gibt, auf faire Tauschgeschäfte. Unter anderem DVDs, Bildbände, Arzt-Romanzen und Literatur aus DDR-Zeiten gehören nicht zur favorisierten Lektüre. "Es soll ja keine Altpapiertonne werden, sondern Nutzer und Neugierige stetig zum Lesen animieren. Der Schrank soll möglichst interessant bleiben." Stammleser wären das optimale Ergebnis. "Mal schauen, ob das bei uns in Grünhain-Beierfeld funktioniert", so Elena Hüsgen. Zum Schutz des Inhalts muss der Bücherschrank nach Entnahme und Bestückung wieder ordentlich geschlossen werden. "Ich kontrolliere den Bestand regelmäßig", sagt sie.