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Grünhainichen setzt auf kommunale Wohnungen

Konzept Bedarf nimmt auch wegen Corona-Pandemie zu - Sanierungen erforderlich

Grünhainichen. 

Grünhainichen. Nicht nur in gesundheitlicher Hinsicht hat die Corona-Pandemie negative Auswirkungen. Auch Beziehungen können darunter leiden, wenn Partner plötzlich wegen all der Beschränkungen deutlich mehr Zeit miteinander verbringen - und dabei womöglich auch noch unter nervlichem Druck stehen. Ein Indiz dafür hat Frank Bluttner in Grünhainichen erkannt. "Gut möglich, dass das mit Corona zu tun hat", sagt der Immobilienverwalter über die jüngste Entwicklung im kommunalen Wohnungsbestand. Anfang des Jahres hatten von 56 Wohnungen in den Ortsteilen Borstendorf und Waldkirchen noch zehn leer gestanden. Mittlerweile sind es nur noch fünf. Laut Bluttner war speziell bei Singles die Nachfrage groß, die gerade Trennungen hinter sich haben.

"Ein hohes Gut"

Für Grünhainichen ist das Sinken des Leerstands auf 8,9 Prozent durchaus von Vorteil, aber auf Corona setzt die Gemeinde natürlich nicht. Auch ohne die Pandemie soll das Interesse an kommunalen Wohnungen steigen, wie zuletzt im Gemeinderat deutlich wurde. Bei einer entsprechenden Diskussionen wurde in allen Wortmeldungen deutlich, dass den Gemeinderäten dieses Thema sehr am Herzen liegt. "Kommunale Wohnungen waren lange verpönt. Jetzt ist es wieder ein hohes Gut", brachte es Gunnar Ullmann auf den Punkt. Zugleich betonte er aber auch, dass nicht von heute auf morgen mit krassen Veränderungen zu rechnen ist: "Das wird ein langer Prozess, es gibt viel aufzuholen."

Finanzielle Mittel begrenzt

In einigen Wohnungen sind Badezimmerausstattung und Heizung schon mehrere Jahrzehnte alt, in anderen Fällen gab es bereits Sanierungen. Generell gibt es aber noch viel zu tun. Dass das eine Weile dauern wird, liegt laut Robert Arnold an den begrenzten finanziellen Mitteln. "Im Haushalt ist für diesen Bereich immer nur eine bestimmte Menge eingeplant. Dieses Geld wollen wir so weit wie möglich und so effizient wie möglich nutzen", erklärt der Bürgermeister. Die Kommune könne nur Schritt für Schritt vorgehen, sieht sich aber auf dem richtigen Weg. "Wichtig ist, dass alle Gemeinderäte jetzt auf dem gleichen Stand sind und alle der gleichen Meinung sind", so Arnold. Diese Überzeugung stimmt ihn für die Zukunft ebenso optimistisch wie das Interesse aus der Bevölkerung: "Wir sind in der guten Situation, dass Wohnraum gefragt ist." Und damit meint der Bürgermeister auch die Zeit nach Corona.



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