Grundlegendes zum Reformationstag

Wort zum Sonntag von Pfarrer Andreas Dohrn

Der Reformationstag gehört im Erzgebirge und in Sachsen zu den unterschätzten und wenig sinnvoll genutzten Feiertagen. Wer an diesem Gedenktag einkaufen geht, verpasst etwas sehr wertvolles. Schließlich geht es am Reformationstag persönlich für den Glauben und institutionell für die Kirchen um die Wurst.

Für den persönlichen Glauben bietet der biblische Spruch des Reformationsfestes folgende klare Grundlegung: "Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus". Somit kommt den Gleichnissen und Reden von Jesus, wie sie die vier Evangelisten überliefern, zentrale Bedeutung für die aktuelle Deutung biblischer Aussagen zu.

"Was Christum treibet" gehört auf Platz 1 bis 100 der persönlichen Agenda des Glaubens. Somit fallen Ehescheidung, Mission und Armut unter die Top 100. Wer andere Themen, die Jesus nicht benennt, auf Platz 1 bis 10 setzt, hat biblisch-theologisch ein fettes Problem an der Backe.

Die (Be)Gründung vom Kirche liegt in Jesus Christus. Somit ist die Zusammenarbeit von Kirchen nicht auf Veranstaltungen beschränkt, soweit sich keine grundlegenden Differenzen bei der Deutung von Jesus Christus ergeben. Die aktuellen Unterschiede zwischen katholischen, lutherischen und freikirchlichen Christen liegen allerdings im Amts- und im Kirchenverständnis, die wiederum zu unterscheiden im

Abendmahlsverständnis führen. Nutzen wir also den Reformationstag zur (Re)Formation.