Grundschüler auf untertägigem Abenteuer

Bergwerk Sankt-Johannes-Erbstolln wurde geöffnet

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Tobias Steinert (hockend), Geschäftsführer der Bergsicherung Sachsen, erklärte den Crandorfer Grundschülern die Besonderheiten im untertägigen Bereich. Foto: Katja Lippmann-Wagner

Erla. Besucherbergwerke gibt es im Erzgebirge wie Sand am Meer. So ist es Interessierten ständig möglich, sich das Gesteinsmassiv quasi von unten anzuschauen. Doch ein besonderes Erlebnis gab es am vergangenen Freitag für Crandorfer Grundschüler:

Sie durften den sonst nicht geöffneten Sankt-Johannes-Erbstolln besichtigen. Denn zum Tag des offenen Schachtes hatten das Sächsische Oberbergamt und das Sächsische Wirtschaftsministerium nach Erla eingeladen.

Der verschlossene Stolln:

Der Stolln wurde 1904 letztmalig befahren. Seit knapp einem Jahr wird er durch die Bergsicherung Sachsen mit Sitz in Schneeberg saniert. Erfahrene Bergleute, die am Sanierungsprojekt in Erla-Crandorf beteiligt sind, gaben nicht nur an die Schüler, sondern auch an die zahlreichen Gäste, Fachwissen aus erster Hand weiter.

Wer aber den Erbstolln besichtigen wollte, musste auch ein bisschen mutig sein. Die Einfahrt erfolgte über eine Leiter. Sehr vorsichtig stiegen die Gäste über die Leiter in den Schacht. Von dort aus ging es 120 Meter in den Berg. Tobias Steinert, der Geschäftsführer der Bergsicherung Sachsen GmbH erklärte: "Wir mussten den Stolln aufräumen, weil nur noch das oberste Drittel frei war."

Ein aufregender Ausflug

Innerhalb eines Jahres wurden etwa 150 Kubikmeter eines Schlamm-Sand-Gemischs nach draußen befördert. Der Sankt-Johannes-Erbstolln dient als Wasserlösestolln.

"Seit dem Hochwasser 2002 wurde festgestellt, dass die Wasserlösestolln erhalten und ertüchtigt werden müssen", so Steinert, der sich über das große Interesse am Tag des offenen Schachtes freute.

Grundschüler Michel Herrmann: "Ich fand das alles sehr aufregend."Luca Eichhorn hingegen gab zu: "Ich hatte schon ein bisschen Höhenangst." Die Ausfahrt erfolgte ebenfalls über Leitern, mit denen immerhin 22 Meter überbrückt werden mussten.