Hammerlinde am Frohnauer Hammer muss gefällt werden

Denkmal Sicherheit für Fahrzeuge und Fußgänger hat Vorrang

Hammerlinde am Frohnauer Hammer muss gefällt werden Foto: Thomas Fritzsch

Frohnau. Neben der Auferstehungslinde an der Trinitatiskirche gehört die etwa 300 Jahre alte Linde am Frohnauer Hammer ohne Frage zu den bekannten und kulturhistorisch bedeutsamen Bäumen von Annaberg-Buchholz. Sie wird auch "Hammerlinde" genannt.

Seit dem 3. September 2016 ist bekannt, dass der Baum vom gefährlichen Brandkrustenpilz, einer Art "Baumkrebs" befallen ist. Aus eigener Kraft ist der Baum nicht mehr in der Lage, sich zu regenerieren. Auch ein Rückschnitt der Baumkrone um mehr als ein Fünftel im vergangenen Jahr, die Entfernung von Totholz sowie regelmäßige Kontrollen sind bereits erfolgt. Eine aktuelle Inspektion und Begutachtung ergab nun, dass die kranke Hammerlinde von einem weiteren Pilz befallen ist und zahlreiche neue Schäden aufweist. So ist einer der drei Stämmlinge bereits abgestorben, es gibt im Inneren sehr große Höhlungen, außerdem Risse und aufgeplatzte Stellen an der Rinde.

Mit Blick auf mögliche Herbststürme und Schneelasten ist die Sicherheit des Verkehrs, der Passanten und Museumsbesucher nicht mehr gewährleistet. Eine zügige Fällung der Hammerlinde in den nächsten Tagen ist damit leider unumgänglich. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Verbunden damit wird auch eine zeitlich befristete Sperrung der Sehmatalstraße am Frohnauer Hammer sein.

Perspektive für neue Hammerlinde

"Wir verstehen, dass der Verlust der Hammerlinde viele traurig stimmen wird." sagte Bürgermeister Thomas Proksch in den zuständigen Ausschüssen der Stadt. "Dennoch, es ist Gefahr im Verzug und die Gewährleistung der Sicherheit geht vor."

Die Mitarbeiter des Frohnauer Hammers und der Stadt möchten perspektivisch einen Nachkömmling der Hammerlinde an einem "gesunden" Standort des Museumsareals pflanzen und aufziehen. Aus nicht vom Pilz befallenen Trieben der alten Hammerlinde könnte z. B. ein genetisch identischer Sprössling gezogen werden. Der bisherige Standort ist jedoch eher problematisch, da sich dort zahlreiche Pilzsporen im Boden befinden, die einen neuen Befall auslösen könnten.

Ob und wie das durch die Fällung anfallende Lindenholz noch künftig sinnstiftend genutzt werden kann, soll nach der Fällung entschieden werden.