Heim-Podest durch Jeremy Sydow am ersten Tag der Enduro-WM in Zschopau

Teil 1 des WM-Finales brachte einen weiteren vorzeitigen Weltmeister hervor

Zschopau

Das deutsche Enduro-Mekka Zschopau macht an diesem Wochenende seinem Kosenamen wieder alle Ehre und hat in diesem Jahr gleich mehrere Gründe zu feiern. Zum einen beherbergt man nach 1990, 2004, 2017 und 2022 zum nun schon fünften Mal die Enduro-Weltmeisterschaft und feiert zugleich 70 Jahre "Rund um Zschopau". Die Anfänge der hiesigen Geländefahrten als Winterprüfungsfahrt bzw. Leistungsprüfungsfahrt reichen zwar bis ins Jahr 1952 zurück, doch 1955 trug die Veranstaltung erstmals den Namen "Rund um Zschopau".

 

Zachary Pichon holte sich den Prolog-Sieg

 

Derartige Geschichtsexkursionen nehmen die heutigen WM-Piloten gegebenenfalls wohlwollend zur Kenntnis, doch legen sie ihren Fokus natürlich aufs aktuelle Geschehen. So auch beim diesjährigen Polisport EnduroGP of Germany. Bei diesem hatte am Freitagabend beim Supertest genannten Prolog der als Gesamtdritter angereiste Franzose Zachary Pichon als Sieger den ersten Teilerfolg gefeiert. Hinter dem SuperEnduro-Spezialisten Dominik Olszowy aus Polen wurde der Tabellenführer, der Spanier Josep Garcia, Dritter. Ebenso fast erwartungsgemäß hatte der Norddeutsche Milan Schmüser als Ex-SuperEnduro-Junioren-Vizeweltmeister beim SuperEnduro-nahen die schnellste Zeit der Junioren markiert. Im Gesamtfeld wäre er damit auf Rang acht gelandet.

 

E1-Weltmeister Josep Garcia steuert auch auf EnduroGP-Titel zu

 

Dem ersten regulären vollen Fahrtag drückte der siebenfache EnduroGP-Saisonsieger Josep Garcia seinen Stempel auf. Gleich den ersten Specialtest des Tages am Samstagmorgen gewann der KTM-Factory-Pilot deutlich vorm Italiener Andrea Verona und Zachary Pichon. Damit lagen auch die drei Fahrer vorn, die noch um den WM-Titel 2025 in der Königsdisziplin rangeln. Doch so sollte es nicht weiter gehen, denn der mit einer Vorverletzung angereiste Zachary Pichon konnte nur phasenweise den von ihm gewohnten Speed zeigen und fiel über den Tag im Gesamt-Ranking sukzessive zurück. Am Ende musste er sich mit dem zehnten Gesamt- sowie fünften Klassenrang in der mittleren Hubraum-Kategorie E2 begnügen. Damit ist zugleich aus dem Titel-Dreikampf ein Titel-Duell zwischen Josep Garcia und Andrea Verona geworden, denn Josep Garcia hatte auch am Tagesende die Nase vorn und nun noch bessere Chancen, seinen im vorigen Jahr errungenen EnduroGP-Titel zu verteidigen. In der E2 hat Zachary Pichon die Tabellenspitze an Andrea Verona verloren.

 

Jeremy Sydow schenkte den deutschen Fans einen Podestrang

 

In der Hubraum-schwächsten Kategorie E1 stand Josep Garcia schon vor "Rund um Zschopau" 2025 fest. In dieser feierte er, mit dem EnduroGP-Sieg einhergehend, seinen nächsten Tagessieg des Jahres. Es war sein zwölfter von 13 möglichen. Bevor Josep Garcia, Andrea Verona und der Italiener Samuele Bernardini als Erster, Zweiter und Dritter zur Gesamtsiegerehrung gerufen wurden, erfolgten die Klassensiegerehrungen. An jener der E1 nahm der Chemnitzer Jeremy Sydow, sehr zur Freude der zahlreichen deutschen Fans, bereits zum dritten Mal in diesem Jahr teil, diesmal wieder als Dritter. Auch in der klassenübergreifenden GP-Wertung konnte er als Sechster überzeugen und sagte anschließend: "Ich bin sehr zufrieden heute. Schade, dass ich im letzten Test noch den fünften Platz Overall abgegeben habe, aber es war alles sehr eng. Als Dritter meiner Klasse habe ich aber mein Ziel erreicht, vor heimischem Publikum aufs Podium zu fahren. Ich hoffe, das am Sonntag wiederholen zu können." Nachdem er nach seiner langen Verletzungspause zuvor schon zwei Mal auf dem Klassenpodest und einmal sogar auf dem Gesamtpodium gestanden hatte, ordnete er seinen jüngsten Erfolg folgendermaßen ein: "Das erste Podium ist natürlich immer etwas Besonderes und da ich inzwischen schon ein paar Mal da oben stand, fühlt sich das fast schon ein bisschen normal an. Aber natürlich ist es vorm Heim-Publikum noch einmal eine andere Nummer."

 

E3-Titel für Macdonald, weiteres Top-5-Resultat von Luca Fischeder

 

In der E3-Kategorie der Hubraum-stärksten Motorräder holte sich der Neuseeländer Hamish Macdonald seinen zehnten von 13 möglichen Klassensiegen des Jahres und damit vorzeitig die WM-Krone. In der Overall-Wertung wurde er Vierter.

Der zweite deutsche Permanent-Starter in der Enduro-WM 2025, Luca Fischeder aus Geringswalde, lieferte eine weitere solide Leistung ab. In der Scratch-Wertung aller Klassen belegte er Platz 17 und zudem in der E3 zum fünften Mal den guten Platz fünf.

Neben Jeremy Sydow und Luca Fischeder waren bei dieser seltenen Gelegenheit drei weitere Deutsche als WM-Gaststarter mit von der Partie. In der E1 blieben Edward "Eddi" Hübner und dessen Cousin Hannes Lehmann, beide aus Penig, mit den Plätzen elf und zwölf ebenso nur die hinteren Ränge wie Florian Görner aus Dittmannsdorf als Achtem der E3. Eddi Hübner setzte, anders als in der Deutschen Enduro Meisterschaft, quasi "just for fun", eine 125er-Zweitakter ein. Der Mountainbike-Downhill-Fahrer Hannes Lehmann frönte mal wieder seiner zweiten Leidenschaft Enduro-Motorradfahren.

 

Heimspiel für weitere Sachsen bei den Junioren und Jugendlichen

 

Auch in den Nachwuchs-Kategorien mischten sich weitere Sachsen ins WM-Feld. Am besten schnitt von ihnen "overall" der Zschopauer Pascal Sadecki mit Platz 18 der Junioren-Gesamt- sowie Platz elf in der Junior-2-Werrtung ab. Während Domenik Nieschalk aus Limbach-Oberfrohna hier 13. wurde, schied der Dittmannsdorfer Luca Reinhold schon vor Rennmitte aus.

In der J1 verkaufte sich Sky Maddox Dombrowski aus Marienberg mit Platz zehn am besten, zwei Plätze vor Kenny Riedel aus Zwönitz. Jeremy Göthel aus Chemnitz ereilte ein ähnliches Schicksal wie seinem Mannschaftskollegen beim Team Sturm Zschopau Luca Reinhold.

Und auch in der Youth-Kategorie der maximal 21-Jährigen nutzten zwei Lokalmatadore die Gunst der Stunden, sich mit der Weltspitze zu messen. Während für den Plauener Emil Kessler das Unterfangen ebenfalls vorzeitig endete, landete Erik Neubert aus Großrückerswalde auf Rang elf.

 

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