Heiße Luft ist "Gift" fürs Instrument

Sanierung Orgel des Klösterlein Zelle hat Frischekur erhalten

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Restaurator Holger Blauhut aus Mülsen hat sich Millimeter für Millimeter durchgearbeitet. Das Gehäuse der Orgel erstrahlt jetzt im neuen Glanz. Foto: Ralf Wendland

Aue. Die Sanierungsarbeiten im Klösterlein Zelle in Aue schreiten weiter voran. Im letzten Jahr ist eine ganze Menge geschafft worden. Ein Teil der Arbeiten hat sich auf die Orgel konzentriert.

"Orgel war eine Katastrophe"

Das Gehäuse des Instrumentes erstrahlt jetzt im neuen Glanz. Kirchenvorstand Hans Beck sagt: "Die Orgel war vor der Sanierung eine Katastrophe. Die komplette Front hat gefehlt." Es war nur noch ein Bruchstück, ergänzt Restaurator Holger Blauhut aus Mülsen. Beck sagt: "Man konnte die Orgel spielen, aber der Klang war nicht der beste. Wenn man die Orgel heute anspielt, ist das kein Vergleich."

"Für die Kirche an sich ist es das Beste, wenn keine Heizung läuft - und wenn, dann sollte nur moderat geheizt werden. Große Schwankungen zwischen warm und kalt sind nicht gut", erklärt Restaurator Roland Flachmann. Das treffe gleichermaßen auf die Orgel zu.

Umschalten hat Folgen

Hans Beck befasst sich intensiv mit Instrumenten: "Wir haben im Klösterlein etwas Tolles eingebaut. Die Orgel hat eine Sommer- und eine Winterspielzeit. Normalerweise saugt das Instrument die Luft aus dem Boden an. Das ist jetzt im Winter der Fall. Doch im Sommer ist es unter dem Dach zu heiß. Die rund 40 Grad sind für die Orgel Gift. In dem Moment wird umgeschaltet, sodass die Luft aus der Kirche angesaugt wird."

Das Umschalten hat zur Folge, dass die Orgel anders klingt. Die Tonhöhe sei eine andere, erklärt Beck. Die Orgel im Klösterlein Zelle werde jetzt wieder auf "Original Bach" gestimmt.