Die Enttäuschung bei Skilangläuferin Helen Hoffmann war nach den olympischen Einzelrennen nachvollziehbar. Die 24-Jährige, die aus Carlsfeld stammt, hatte sich ihre Olympia-Premiere anders vorgestellt.
Zwei Wettkämpfe vor sich
Zum Auftakt im Skiathlon (10+10 km) musste sich die 23-Jährige mit Rang 18 zufriedengeben. Im Freistil-Rennen über 10 Kilometer kam die Erzgebirgerin nur auf den 28. Platz, beste Deutsche war Pia Fink als 19. In der 4x7,5-Kilometer-Staffel verpasste Hoffmann mit ihren Mitstreiterinnen das Siegerpodest knapp. Zwei olympische Wettkämpfe stehen in Italien noch an. Am Mittwoch der Mannschaftssprint und am Sonntag das Massenstartrennen über 50 Kilometer im klassischen Stil.
„Sie hatte eine hohe Sprungkraft und war sehr ehrgeizig“
Auch wenn es mit einer Medaille bei den Spielen nicht klappte, so ist eine Erzgebirgerin ganz besonders stolz auf ihren ehemaligen Schützling: Beatrice Meyer aus Johanngeorgenstadt. Sie legte einst den Grundstock für Hoffmanns sportliche Karriere. „Im Grundschulalter hat Helen in Johanngeorgenstadt mit dem Training begonnen“, erinnert sich ihre einstige Trainerin, die schon frühzeitig erkannt, was in dem zarten Mädchen steckte. „Sie hatte eine hohe Sprungkraft, eine große Auffassungsgabe und war sehr ehrgeizig“, so Meyer. Wenn Helen etwas nicht gebracht habe, dann übte sie bis sie es konnte. „Sie wurde regelmäßig zum Training gebracht, zunächst zweimal in der Woche, später dann dreimal“, schildert ihre damalige Trainerin. Helen sei auch wenig krank gewesen, wovon sie profitierte. „Sie hatte kaum Ausfälle, konnte immer trainieren. Helen ist sehr belastbar mit einem starken Immunsystem“, so Beatrice Meyer, die in Johanngeorgenstadt nicht nur als Skilanglauftrainerin bekannt ist, sondern auch als Pächterin der Star-Tankstelle.
Kontakt in die Heimat nie abgerissen
Mit Beginn der siebten Klasse wechselte Helen Hoffmann aufs Sportgymnasium nach Oberwiesenthal und später dann nach Oberhof, wo sie auch heute noch trainiert. Den Kontakt in die alte Heimat ließ sie nie abreißen. „Wir schreiben uns und treffen uns einmal im Jahr zum Essen“, so Meyer und ergänzt: „Im vergangenen Jahr hat es leider nicht geklappt, weil die Olympiavorbereitungen so stark waren.“
Talent zeigte sich früh
Natürlich durfte auch die WhatsApp zu Helens 24. Geburtstag am 7. Februar 2026 nicht fehlen. Dass es die Carlsfelderin ganz an die Spitze der deutschen Skilangläufer schafft, wurde ihrer ehemaligen Trainerin bereits vor ein paar Jahren klar. „Die Siege bei der u23 Juniorenweltmeisterschaft waren schon ein Achtungszeichen.“ Zu Helens weiteren Stärken gehört, dass sie sowohl im klassischen Stil als auch im Freistil zuhause ist. „Früher stand beides auf dem Trainingsprogramm. Ihre Lieblingsdisziplin ist heute Skating über 10 Kilometer im Einzelstart, aber auch über andere Distanzen und im klassischen Stil hat sie schon Erfolge gefeiert“, so Beatrice Meyer, die sich auf ein Wiedersehen mit der Olympionikin freut. Zum Abwintern ihres alten Vereins, des WSV 08 Johanngeorgenstadt, erhält Helen Hoffmann auf jeden Fall eine Einladung.
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