Helene Fischer ist bester Landwirt-Azubine Sachsens

Landwirtschaft Als nächstes geht es zum Bundeswettbewerb

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Helene Fischer gibt einem Kälbchen Milchersatznahrung zu trinken. Die Lengefelderin gewann beim sächsischen Ausscheid der angehenden Landwirte. Foto: Dirk Trautmann

Lengefeld. Ein Programmpunkt auf der agra, der Mitteldeutschen Landwirtschaftsausstellung in Leipzig, war die Prämierung der besten Auszubildenden in der Sparte Landwirt. Die Auszeichnung für den Sieger im Landesausscheid des Berufswettbewerbs geht an Helene Fischer.

Die Lengefelderin ist im 2. Ausbildungsjahr zum Landwirt, ihr Lehrbetrieb ist die Agrar GmbH Zschopautal Großolbersdorf mit dem Milchgut Heinzebank. "Dass ich gewonnen habe, weiß ich schon längst. Jetzt freue ich mich auf die Prämierung", sagte die angehende Landwirtin vor der Fahrt nach Leipzig.

Theorie und Praxis waren gefragt

Der Landesausscheid fand im April im Sächsischen Lehr- und Versuchsgut Köllitsch statt. Die Prüfung bestand aus einer schriftlichen Arbeit zu Fachtheorie und Allgemeinwissen sowie einem Vortrag zu "Haltungsformen und Aufstellungsformen im Ausbildungsbetrieb". Der praktische Teil befasste sich mit Tierbeurteilung und der Bonitur, das bedeutet die fachgerechte, qualitative Beurteilung eines Getreidefelds.

"Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, habe ich mich sehr gefreut und innerlich gejubelt", beschreibt Helene Fischer den Moment der Verkündung der Sieger. Moralische Unterstützung hatte sie beim sächsischen Berufswettbewerb durch ihre Ausbilderin erhalten. "Helene musste aber alles alleine bewältigen, ich war nur dabei", erzählt Marleen Engelbrecht. Die Hohndorferin war selbst "nur" auf Kreisebene erfolgreich, ihr Schützling ist jetzt schon eine Runde weiter.

Traumberuf Landwirtin

Für Helene Fischer stand nie etwas anderes als die Ausbildung zur Landwirtin zur Debatte. "Meine Eltern haben einen Hof mit 50 Kühen, ich bin also mit Tieren und der Landwirtschaft aufgewachsen", erzählt die 18-Jährige. Ihre Eltern hätten sie aber nie dazu gedrängt, einen landwirtschaftlichen Beruf zu ergreifen. "Aber als ich meinem Vater übers Telefon mein Ergebnis vom sächsischen Wettbewerb mitgeteilt habe, hat er natürlich laut gejubelt", verrät Helene Fischer.

Im elterlichen Betrieb stehen 50 Kühe, im Ausbildungsbetrieb dagegen 1500. "Das ist schon eine andere Größenordnung. Die Lehre macht mir aber unheimlich Spaß, besonders der Umgang mit den Tieren", sagt Helene Fischer. Aber auch mit großen Maschinen muss die Lengefelderin zurecht kommen, das An- und Abhängen eines Traktoranhängers sowie die Fahrt durch einen Parcours inklusive Rückwärtsfahren stand auf der Prüfungsliste in Köllitzsch.

Nun geht es zum Bundeswettbewerb

Die Lengefelderin ist ein echter Teenie, der sich gern mit Freunden trifft und eben eine für ein Mädchen recht ungewöhnliche Ausbildung ergriffen hat. Im Juni steht die nächste Bewährungsprobe bevor, denn Helene Fischer hat sich als sächsische Meisterin für den Bundeswettbewerb qualifiziert. "Das ist vom 11. bis 16. Juni in Güstrow. Ich freue mich schon sehr darauf - das wird mit Sicherheit wieder aufregend", sagt Helene Fischer. (tra)