Herausforderungen wachsen

Flüchtlingskrise Landkreis setzt auf dezentrale Unterbringung

Die jüngst veröffentlichten Zuweisungszahlen der Landesdirektion Sachsen stellen den Erzgebirgskreis und seine Kommunen vor weitere Herausforderungen. In diesem Jahr hat der Landkreis bisher zirka 1.800 Personen aufgenommen. Rund 70 Prozent der Asylsuchenden sind dezentral untergebracht. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht. Etwa 750 Menschen sind in Gemeinschaft Unterkünften in Aue-Alberoda, Drebach, Marienberg OT Hüttengrund, Niederdorf, Olbernhau und Zschopau untergebracht.

Nach einer Zuweisungsprognose muss der Erzgebirgskreis in diesem Jahr noch rund 1.600 Personen aufnehmen. Für den Landkreis bedeutet das, auf alle geeigneten Kapazitäten zurückzugreifen. Auf einer Pressekonferenz erklärte Landrat Frank Vogel: "Von derzeit wöchentlich 100 Flüchtlingen im Landkreis steigt die Zahl bis Jahresende schrittweise auf bis zu 250 pro Woche. In den ersten vier Januarwochen sind es 300 die wöchentlich aufgenommen werden müssen." Ein Ende ist nicht in Sicht.

Bereits in der Vorwoche hatte Vogel als einer von neun sächsischen Landräten in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Sorgen aufgrund des ungebremsten Flüchtlingsstromes zum Ausdruck gebracht. Eine Antwort darauf hat er zum heutigen Tag noch nicht: "Ich weiß auch nicht, ob demnächst eine Antwort kommt", sagte er auf Nachfrage.

Das Sächsische Staatsministerium des Innern informierte am Donnerstag, dass Sachsen mehr abgelehnte Asylbewerber abschiebt. Im August gab es aus den gesamten Freistaat 134, im September 141 und im Oktober 300 Rückführungen. Das sind viermal weniger, als allein im Erzgebirgskreis im Januar kommen sollen. "Wir setzen damit unser Recht durch. Gleichzeitig steigern wir die Solidarität für diejenigen, die unsere Hilfe und Schutz benötigen", sagte Innenminister Markus Ulbig.bl/ru