Hier werden Schafe gezüchtet, die es noch gar nicht gibt

Zucht Jörg Neuber arbeitet bei einem bundesweiten Zuchtversuch mit

Jörg Neuber aus Dittersbach züchtet Nolana-Schafe. Foto: Jan Görner

Dittersbach. Jörg Neuber züchtet eine Schafrasse, die es genau genommen noch gar nicht gibt. Bis 2024 läuft der bundesweite Zuchtversuch mit den so genannten Nolana-Schafen. Erst danach soll sie als eigenständige Rasse zugelassen werden. Ziel ist es, eine Rasse zu schaffen, die in Deutschland sehr gut gedeiht und nicht geschoren werden muss.

Schafwolle wird heutzutage nicht mehr nachgefragt. Die bei den hierzulande vorkommenden Rassen erforderliche Schur ist dagegen sehr aufwändig. Nolana-Schafe sind Kreuzungen aus einheimischen Wollschafrassen mit Haarschafrassen, wie dem Barbados Blackbelly aus der Karibik oder Kurzwollrassen wie dem Wiltshire Horn aus England.

Derzeit tummeln sich 23 Lämmer in Jörg Neubers Stall. Vor sieben Jahren war der Dittersbacher im Internet auf den Zuchtversuch des Nolana-Netzwerkes gestoßen. Ganz umfassend hat er sich fortan über das Thema informiert. Seit 2014 zählt er als Mitglied zum Netzwerk und züchtet die Tiere selbst. Heute ist er Sachsens einziger Nolana-Schaf-Züchter im Herdbuch des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes.

Das Herdbuch gilt als geführte geordnete Zusammenstellung beglaubigter Abstammungsnachweise von Zuchttieren, Tierfamilien oder Stämmen. Jörg Neuber findet die Nolana-Schafe wunderschön. Ihr Fell ähnelt dem von Kühen. Außerdem sind sie sehr anspruchslos. Sie fressen fast das ganze Jahr über im Freien. Nur im Winter muss der Dittersbacher Kraftfutter hinzu füttern. Je nach Bedarf werden Nolanas als Landschaftspfleger oder Fleischlieferanten gezüchtet.