„Hintern aufreißen“: Warum Chefs Sportler vom FC Erzgebirge lieben

Nur wenige schaffen es zum Fußball-Profi – deshalb kümmert sich der FC Erzgebirge Aue gemeinsam mit dem BSW darum, dass seine Talente auch ohne Ball am Fuß Karriere machen können.

Aue

Die Unternehmensgruppe Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (BSW) beging 2025 den 35. Geburtstag. Mit 25 Millionen Euro Jahresumsatz und über 250 festangestellten Mitarbeitenden in neun beruflichen Bildungszentren, sieben Schulstandorten und fünf Akademien gehört das BSW zu den größten Bildungsträgern im Freistaat. Pro Jahr werden über 20.000 Teilnehmende betreut, der Fokus liegt auf beruflicher Weiterbildung und dualer, praxisnaher Ausbildung in regionalen Betrieben.

Junge Fachkräfte aus Vietnam und Usbekistan

Zudem werden Menschen mit Wurzeln im Ausland zu Fachkräften in Sachsen entwickelt, speziell für Berufe in Industrie, Handwerk, Pflege und Medizin. Namentlich aus Vietnam und Usbekistan kommen motivierte junge Leute für eine duale Ausbildung in hiesigen Firmen.

Seit über zehn Jahren wirkt die BSW-Gruppe als Berufsbildungspartner des FC Erzgebirge Aue. Kern der Kooperation sind Berufsorientierung und Ausbildung junger Leistungssportler. „Von hundert Talenten in unserem Nachwuchs-Leistungszentrum schaffen es maximal einer oder zwei als Profi in die Spitze. Wir stehen also in der Verantwortung, Fußball und Bildung zu verbinden und allen Talenten bei der Berufsfindung zu helfen“, erläutert dessen Leiter Khvicha Shubitidze.

„Wer sich im Sport den Hintern aufreißt, tut das auch im Job“

Ein Trumpf sei das auch für kleine und mittelständische Betriebe im Erzgebirge und Vogtland, fügt Dr. Ralf Hübner, von 2015 bis Ende 2025 Geschäftsführer der BSW-Gruppe, hinzu: „Das Bildungswerk und der FC Erzgebirge unterstützen damit hiesige Unternehmer, top ausgebildete und motivierte Fachkräfte zu gewinnen. An Leistungssportlern schätzen sie Qualitäten wie Teamfähigkeit, Ehrgeiz, Disziplin und Fleiß. Wer sich im Sport den Hintern aufreißt, tut das auch im Job! Im Gegenzug ermöglichen unsere Partnerbetriebe, dass junge Fußballer Beruf und Ausbildung, Training und Wettkämpfe optimal unter einen Hut bekommen.“

Messe für Ausbildung im Auer Stadion geplant

Ein BSW-Konzept übrigens, das sich auch mit dem Erzgebirgischen Handball-Verein Aue (EHV), dem ETC Crimmitschau (Eishockey) oder dem HCL Leipzig (Handball) bewährt. Hübner hat vor seinem Ruhestand die Weichen gestellt, um die Geschichte fortzuschreiben: „Dafür steht die neue BSW-Geschäftsführung mit Olga Wuchrer und Patrick Millies, die neben der laufenden Kooperation mit dem FC Erzgebirge für Frühjahr 2026 eine Stadionmesse für Ausbildung vorbereitet. Ein Karriere-Event, das Schüler, Unternehmer, Lehrer und Sportler in der herausragenden Location des Erzgebirgsstadions zusammenführt.“

MP Kretschmer: „Ein Vorbild für ganz Sachsen“

Last but no least findet das 35-jährige Engagement bei Entscheidern in Sachsen Anerkennung. So würdigte Ministerpräsident Michael Kretschmer das bsw-Engagement zur Fachkräfteentwicklung bei einem Besuch dort persönlich: „Sprechen wir heute über demografischen Wandel, sollten wir aufs Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft schauen. Wie dort Fachkräfte gewonnen werden, ist Vorbild für ganz Sachsen.“ Weitere Infos zum Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft (BSW) hier.

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