Historischer Fund in Annaberg-Buchholz

Ausstellung 450 Jahre Posamenten im Erzgebirgsmuseum

Annaberg-Buchholz. 

Annaberg-Buchholz. Unter der Überschrift "Posamenten - von der Hutschnur bis zum Schnürsenkel" wird derzeit mit einer Sonderschau im Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz die über 450-jährige Geschichte der Posamentenindustrie im Erzgebirge ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Außerdem finden sich in der sehenswerten Dauerausstellung zahlreiche Sachzeugnisse dieser jahrhundertealten Branche, wie z. B. alte Musterbücher, handgefertigte Posamenten, historische Produktionsmittel sowie eine Büste von Barbara Uthmann.

Sonderführung am 14. Februar

Wer mehr über diese traditionsreiche Industrie wissen möchte, hat die Chance, monatlich an Sonderführungen teilzunehmen. Sie werden bis Oktober 2020 jeweils am zweiten Freitag im Monat ab 15.30 Uhr angeboten. Die nächste Sonderführung lädt am kommenden 14. Februar 2020 ein. Teilnehmer erfahren dabei nicht nur etwas über Tressen, Litzen, Borten und Quasten, sondern auch über die herausragende Bedeutung der Annaberger und Buchholzer Posamentenindustrie sowie die weltweite Nachfrage nach Erzeugnissen aus dem Erzgebirge.

Eine historische Rarität

Diesmal gibt es in der Dauerausstellung die Möglichkeit, erstmals einen besonderen historischen Fund in Augenschein zu nehmen. Aufmerksam geworden durch die aktuelle Sonderausstellung, stellt ein Antiquar aus Marburg/Hessen einen dort aufgefundenen Silberpokalpokal als Leihgabe zur Verfügung. Der Pokal entstand um das Jahr 1780 in Weißenfels/Sachsen und wurde dort vom Silberschmied Johann Andreas Oberreich gefertigt. Auftraggeber für diese Kostbarkeit war die Annaberger Zunft der Posamentenmacher, wie aus der gravierten Inschrift hervorgeht. Der Silberpokal steht auf einem runden Fuß, der mit getriebenen Blüten- und Blattdekoren verziert ist. Auf dem birnenförmigen Deckel findet sich, umgeben von Quasten die gravierte Inschrift: "Verehret von einem löblichen Handwerk derer Posamentierer zu S. Annaberg den 3 Febr. 1784". Innen ist der Deckel vergoldet und wird von einer Blüte bekrönt.

Um Voranmeldung für die Sonderführung im Erzgebirgsmuseum wird unter Tel. 03733 23497 gebeten. Der Eintritt inklusive Führung beträgt 5 €, ermäßigt 3 €.

Personen, die selbst in der Posamentenindustrie oder in Heimarbeit als Zulieferer gearbeitet haben, erhalten kostenlosen Eintritt, wenn sie im Rahmen der Sonderführung über ihre Arbeit berichten.