Historischer WM-Dreifacherfolg für deutsche Skeleton-Männer

Sport Hohndorfer Axel Jungk wird Vize-Weltmeister

Altenberg. 

Altenberg. Christopher Grotheer kürte sich bei den Skeleton Weltmeisterschaften im sächsischen Altenberg nach einem wahren Hundertstel-Krimi zum Weltmeister! Der 27-Jährige führte zudem einen historischen Dreifachtriumph für Deutschland bei den Skeleton-Männern an - denn das komplette Podest erstrahlte an diesem Tag in schwarz-rot-goldenen Farben. Nach einer 20-jährigen Durststrecke stand nicht nur ein deutscher Skeletoni, sondern gleich drei auf dem Siegertreppchen.

 

Christopher Grotheer holt Gold

 

Das erste WM-Gold seiner Karriere gewann Grotheer ausgerechnet in einer Saison, in der er kein einziges Weltcuprennen bestritten hatte: Der Oberhofer fuhr in diesem Winter in der Intercontinentalcup-Serie, die er überlegen mit dem Gesamtsieg abschließen konnte. Das Ticket zur WM hatte ihm Felix Keisinger erst über seinen Junioren-WM-Titel in Winterberg vor knapp zwei Wochen zugesichert.

 

Am gestrigen Tag sah es bei Grotheers viertem Lauf kurz vor Ende fast noch so aus, als ob er seine Führung verlieren würde, doch zwei Hundertstel rettete er dann doch noch ins Ziel und kürte sich zum Weltmeister: "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich hier so mithalten kann. Gestern habe ich gemerkt, dass ich voll da bin und auch den Speed in der Bahn habe. Da habe ich dann doch Selbstbewusstsein dazubekommen. Im vierten Lauf wusste ich schon, dass es richtig eng wird, und ich bin dann ins Ziel gekommen und habe nicht damit gerechnet, dass ich vorne bin."

Alex Jungk aus Dresden holt Silber

 

Die Silbermedaille gewann Local Hero Axel Jungk, der in drei Läufen die Bestzeit erzielt hatte. Nach dem dritten Lauf hatte der Dresdner noch auf dem Bronzerang gelegen - groß war dann die Freude, als Teamkollege Alexander Gassner hinter ihm ins Ziel kam. Die Goldmedaille schien zum Greifen nahe, doch letztendlich schnappte ihm die dann doch noch Grotheer vor der Nase weg.

 

Ob die Freude über Silber oder der Verlust um Gold überwog, konnte Jungk so kurz nach dem Rennen noch nicht einschätzen: "Es ist gerade beides. Nach Alex Lauf war ich einfach nur glücklich, ihn überholt zu haben, vor allem auch im Hinblick auf Sonntag auf das Team-Event, bei dem nur die besten beiden Deutschen starten werden. Christopher hat das Ding noch ganz interessant gemacht und mir die Hoffnung gegeben, dass ich es schaffen könnte. Dass es jetzt am Ende zwei Hundertstel sind, das ist einfach ärgerlich. Es wäre schön gewesen, wenn es einfach null gewesen wäre oder wenn er mit einer Sekunde Vorsprung gewonnen hätte - aber zwei Hundertstel tun weh. Grundsätzlich weiß ich aber, dass ich heute der Zweitbeste der Welt war und das ist eine geile Sache."

Alexander Gassner landet auf Platz 3

 

Die Bronzemedaille gewann der Winterberger Alexander Gassner. Nach dem dritten Lauf trennten ihn nur 0,07 Sekunden von Grotheer und demnach von Gold, doch im vierten Lauf klappte es nicht einwandfrei für den 30-Jährigen. Er fiel hinter Axel Jungk auf den Bronzerang zurück, zeigte sich im anschließenden Interview dennoch sehr glücklich mit seinem Edelmetall: "Ich denke, dass es ein super Tag für Skeleton Deutschland war. Wir haben mit den Plätzen eins, zwei und drei einen Mega-Wettkampf abgeliefert. Es war sehr eng und sehr spannend. Ich habe mich mit der Bronzemedaille belohnt und bin sehr glücklich."

 

Keisinger, der in diesem Winter mit drei Podestplätzen sowie dem Juniorenweltmeistertitel bereits ganz stark aufgezeigt hatte, wurde mit einem Rückstand von 0,80 Sekunden Fünfter. Der 22-Jährige schaffte es, von Lauf eins zu vier zwei Platzierungen gutzumachen.

 

Besonders der vierte Lauf war ein absoluter Traumlauf für den gebürtigen Berchtesgadener, doch gerade dieses Wissen, solche Läufe runterfahren zu können, machten es dem Junior der deutschen Männertruppe dann schlussendlich nicht leichter: "Gerade durch diese beiden Läufe heute tut es natürlich noch mehr weh, weil die gezeigt haben, was ich eigentlich könnte. Dementsprechend bin ich sehr enttäuscht von meiner gestrigen Leistung, mit der ich mir hier alles verbockt habe. Mit dem deutschen Dreifacherfolg habe ich auch nicht gerechnet. Dass die alle Drei so aufdrehen und wirklich vier Läufe runterzaubern, das ist schon bemerkenswert. Ich freue mich für die Drei, sie sind coole Teammitglieder. Beim Feiern heute bin ich ganz vorne mit dabei, das ist meine Paradedisziplin - da bin ich dann schon besser als die Drei und das will ich heute Abend dann auch unter Beweis stellen."