Hobl wird vor 65 Jahren erstmals Deutscher Meister

Legende Der letzte noch lebende DKW-Rennfahrer wird 89 Jahre

Zschopau. 

Zschopau. Der ehemalige Straßenrennfahrer August Hobl feiert am Montag, dem 13. April, seinen 89. Geburtstag. In Frankfurt am Main geboren, verlagerte die Familie ihren Wohnsitz 1931 nach Ingolstadt. Nach Kriegsende schloss der junge August Hobl 1949 seine Lehre als Kraftfahrzeug-Mechaniker ab und fand prompt eine Anstellung als Versuchsfahrer bei Auto Union, deren Wurzeln im sächsischen Zschopau liegen. August Hobl fand schnell die Liebe zu den Zweirädern. Er kaufte sich ein 19 Jahre altes Motorrad, eine DKW Luxus Sport, gebaut 1930, seinerzeit noch im sächsischen Zschopau.

Anfang der 50er Jahre debütierte er auf einer 125ccm-DKW bei einem Rennen auf dem Donauring, dank seiner Erfolge erhielt er bereits ein Jahr später die Lizenz. 1953 startete er gemeinsam mit seinem Vorbild und Freund Ewald Kluge unter anderem am Nürburgring. Doch Kluge stürzte bei jenem für ihn schicksalhaften Rennen schwer. Der Unfall beendete seine Rennfahrerkarriere abrupt. August Hobl trat an seine Stelle und wurde 1954 vollwertiges Mitglied des DKW-Werksteams. Schon im Folgejahr gewann der Westdeutsche auf dem Sachsenring die kleinste Hubraumklasse. Am Ende des Jahres war der 350ccm-Fahrer auf seiner DKW RM 350, der sogenannten "singenden Säge", wegen ihres kreischenden Klanges so genannt, erstmals Deutscher Meister und Dritter in der Straßen-Weltmeisterschaft.

Ein Jahr später wurde "Gustl" wie ihn seine Weggefährten nannten, zweifacher Deutscher Meister in der 125ccm- und 350ccm-Klasse und außerdem Zweiter in der 350ccm-Weltmeisterschaft hinter dem Briten Bill Lomas (Moto Guzzi). Das war seine letzte Saison, denn die Ingolstädter Firma musste ihren Betrieb einstellen. 1960 heiratete Gustl Hobl seine Partnerin Hannelore, mit der er zuvor sieben Jahre liiert war. Zusammen gehen sie seitdem durch dick und dünn. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor.

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