Hochbetrieb im neuen Holzofen

Riesenstollen Ambrossgut Schönbrunn nutzt neue Anlage vor Weihnachten besonders intensiv

Stollen gehört zur Weihnachtszeit einfach dazu. Aber wer dieses Gebäck beim Pyramidenanschieben in Schönbrunn zu sich nahm, der kam in den Genuss einer echten Besonderheit. Und das hat gleich zwei Gründe. Einerseits handelte es sich um einen 1,70 Meter langen Riesenstollen. Zum anderen wurde das außergewöhnliche Exemplar gebacken im neuen Holzofen des Ambrossgutes, der dieser Köstlichkeit eine ganz besondere Note verlieh - und auch dem Bäckermeister etwas mehr Können als sonst abverlangte.

"Das ist ein gänzlich anderes Backen", sagt Rico Zschocke angesichts der Hitzeverteilung im Ofen: "Man kann nicht wirklich nachhelfen." Ist das Feuer einmal aus, hält die Hitze etwa zwei Stunden. Für den Stollen war das trotz der Größe mehr als genug Zeit, sodass der Bäckermeister aus Falkenbach erst noch etwas Brot backen konnte. Dann jedoch wurde der größte Leckerbissen zubereitet - und zwar mit kleinen Rezepturgeheimnissen und Dinkelmehl. "Das bringt mehr Geschmack", sagt der 37-Jährige und fügt an: "Dinkel ist ein Urkorn, das passt besser zum Holzofen."

So wie früher sollen im Ambrossgut die Speisen zubereitet werden. "Hier ist alles historisch", sagt Konrad Meyer, der Vorsitzende des Fördervereins, und verweist unter anderem auf den Kräutergarten. Seit September gehört nun auch der neue Holzbackofen zu diesem "lebendigen Museum". Das seither gefertigte Brot ist stets ausverkauft. "Wir können gar nicht genug backen", sagt Meyer, der froh ist, dass er mit Rico Zschocke einen echten Experten im Verein an seiner Seite hat. Der war übrigens nicht nur beim Stollenbacken gefragt: "Im Vorfeld haben wir auch oft mit Kindern Plätzchen gebacken." Und genauso wird es in den kommenden Tagen bis Weihnachten auch weitergehen.