Holzschnitzer denkt noch nicht ans Aufhören

Gewerbe Wolfgang Gruhnert hat noch keinen Nachfolger für seinen Betrieb

holzschnitzer-denkt-noch-nicht-ans-aufhoeren
Wolfgang Gruhnert aus Neukirchen arbeitet mit 68 Jahren immer noch als Holzgestalter. Foto: Georg Ulrich Dostmann

Neukirchen. Seit drei Jahren ist Wolfgang Gruhnert offiziell Rentner. Seiner Leidenschaft, dem Holzschnitzen, geht der 68-Jährige trotzdem noch gewerblich nach. Da die regionalen Schnitzbetriebe kaum noch Nachwuchs finden, haben ihn zahlreiche Unternehmen gefragt, ob er für diese hin und wieder noch etwas anfertigen könne.

Eigene Werkstatt im Haus

Unterstützung bei seiner Arbeit bekommt er von seiner Frau Viola Gruhnert. "Das Schnitzen ist meine größte Leidenschaft. Dieser möchte ich gerne noch so lange nachgehen, wie es meine Gesundheit zulässt. Ich liebe an meinem Hobby und Beruf, dass ich am Ende des Tages sehe, was ich geschaffen habe", sagt Wolfgang Gruhnert.

Der 68-Jährige hat in seinem Haus eine eigene Werkstatt, in der er unter anderem Holzfiguren für Pyramiden und Schwibbögen herstellt. Die kleinsten Exemplare sind gerade einmal einen Zentimeter groß. Auch die Figuren für die Burgstädter Ortspyramide hat Wolfgang Gruhnert aus Styropor geschnitzt.

Etwa zehn Minuten pro Figur

"Nachdem ich eine Figur fertig habe, bemale ich diese anschließend noch. Pro Figur benötige ich etwa 100 Schnitte und zwischen vier und zehn Minuten Arbeitszeit", sagt der Künstler. Bereits vor der Wende, als er hauptberuflich als Zerspaner tätig war, arbeitete Wolfgang Gruhnert nebenberuflich als Holzschnitzer.

Nachdem die Firma, bei der er angestellt war, insolvent ging, bewarb er sich auf eine Ausbildungsstelle in Grünhainichen. Nach der Ausbildung arbeitete er noch ein Jahr lang in dem Betrieb und machte sich schließlich mit Mitte 40 selbstständig, da auch dieser Betrieb Insolvenz anmelden musste. Momentan hat der 68-Jährige noch keinen Nachfolger für seinen Betrieb in Aussicht.