Hundert Jahre und ganz aktuell

Ausstellung Verein zeigt Klöppelkunst traditionell und topmodern

Wer die Grumbacher Klöppelfrauen live erlebt, der würde niemals glauben, dass ihr Verein bereits 100 Jahre auf dem Buckel hat. Anlässlich 100 Jahre Spitzenklöppelschule Grumbach gibt es natürlich auch eine sehenswerte Sonderausstellung. Diese lädt noch bis kommenden Sonntag ins Feuerwehrgerätehaus nach Grumbach ein. Es ist erstaunlich, was die 20 Mitgliederinnen und ihre sechs Nachwuchsklöpplerinnen im Alter von acht bis 15 Jahren so alles leisten. Vom uralten fast 100-jährigen Entwurf bis hin zur modernen Kunst mit Edelstahldraht gibts keine Grenzen der Kreativität. Zwar ist der Chef des Schnitz- und Klöppelvereines ein Mann, doch in punkto Klöppelkunst laufen Sieghard Wiesner die Frauen natürlich den Rang ab. Und das sind bei den Grumbachern gleich drei. Hannelore Hermann, Brigitte Gläser und Veronika Bach haben gleichzeitig im Verein den Hut auf. Lachend erzählt Hannelore Hermann: "Das Alter unserer Frauen geht von 28 bis 81 Jahre und genauso unterschiedlich sind auch die Interessen. Wir klöppeln alles was zu klöppeln geht. Ob traditionell oder modern, vom Deckchen über Scheibengardinen bis hin zu Schmuck aus Eedelstahldraht. Es gibt nichts, was wir nicht können. Brigitte Gläser liebt vor allem die engen Muster, und dazu bedarf es sehr viel Fingerfertigkeit. "Speziell die Kinder und jungen Mädchen stehen auf Modeschmuck. Oftmals kommen sie und sagen: Wir brauchen noch schnell ein Geschenk. So entstehen Schmuckstücke, Kettenanahänger oder Haarreifen", weiß die Ausbilderin. Doch auch eine Entenfamilie oder die Blumenfee, mit der die Kids in Schneeberg den ersten Platz abräumten, zeigen den Ideenreichtum und das Können des Nachwuchses. Ihre Klöppelbriefe entwerfen die Klöppelfrauen oftmals selbst. Was herauskommt, das sind immer wieder tolle Originale und Unikate. Es lohnt sich ganz einfach, die Ausstellung zu besuchen und hautnah zu erleben, was mit Klöppeln alles möglich ist. Geöffnet ist die Ausstellung in Grumbach wochentags von 13 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.