Hundert Meilen ums westliche Berlin

Aktion Mauerweglauf zum Gedenken an Opfer

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In 19 Stunden und 46 Minuten knapp 162 Kilometer rund um das westliche Berlin: Steffen Heigl aus Falkenbach lief beim Mauerweglauf in seiner Altersklasse auf Platz zwei. Foto: Thomas Fritzsch

Falkenbach. Die Strapazen und Tausende Trainingskilometer haben sich für Steffen Heigl gelohnt. Es ist dem Falkenbacher ein Bedürfnis, den Opfern der deutschen Teilung zu gedenken. Lief der 58-Jährige beim Mauerweglauf im Vorjahr die 100 Meilen noch in 22 Stunden, 6 Minuten und 14 Sekunden und landete damit im Gesamtklassement auf Platz 49, wurde er im zweiten Anlauf bei der diesjährigen Auflage nach 19 Stunden, 46 Minuten und 46 Sekunden abgewinkt.

Streckenverlauf gleicht nahezu der Mauergrenze

Das brachte dem Falkenbacher in der Altersklasse 55-59 hinter dem Gesamtsieger, dem Niederländer Jan Albert Lantink, Platz zwei ein. Damit ist der Läufer von der SpVgg Neundorf/Thermalbad Wiesenbad Fünfzigster unter 374 weltweiten Starterinnen und Startern, wovon 258 die Zielflagge sahen. Start und Ziel der 100 Meilen Berlin befanden sich im Jahn-Sportpark im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.

Entlang der komplett markierten Strecke waren insgesamt 27 Verpflegungspunkte in Abständen von 5 bis 8 Kilometern eingerichtet. Der Streckenverlauf entspricht fast zur Gänze dem offiziellen Mauerweg, dem früheren Patrouillenweg der DDR-Grenztruppen rund um das westliche Berlin. Der Mauerweglauf führt über 100 Meilen, das entspricht 161,90 Kilometern, das Zeitlimit beträgt 30 Stunden für Einzelläufer.

Widmung an Dorit Schmiel

Der Streckenrekord liegt bei 13 Stunden und 6 Minuten. Aufgestellt hat ihn der Brite Mark Perkins 2014. Schirmherr ist der frühere Bürgerrechtler Rainer Eppelmann, der als Initiator damit an die Opfer der deutschen Teilung erinnern möchte. Als Erinnerung erhalten die Mauerwegläufer eine Finisher-Medaille. Jedes Jahr trägt sie das Konterfei eines Menschen, der den Versuch, Stacheldraht und Beton zu überwinden, mit dem Leben bezahlte. Diesmal wurde sie Dorit Schmiel gewidmet, die 1962 bei einem Fluchtversuch starb. Weitere Infos zur Aktion gibt es hier.