Hunderte Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag

Förderung Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung

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Foto: Katarzyna Bialasiewicz/GettyImages/iStockphoto

Annaberg-Buchholz. Oftmals werden Ausbildungen abgebrochen. Aktuell ist es im Erzgebirge jeder fünfte Lehrvertrag . Im Land Sachsen bricht sogar jeder vierte seine Ausbildung ab, davon 60 Prozent bereits im ersten Lehrjahr. Die meisten Abbrecher gibt es im Handwerk mit 35 Prozent und in der Industrie sowie im Handel mit 25 Prozent. "Jede abgebrochene Ausbildung ist eine zu viel", sagt Siegfried Bäumler, Chef der Annaberger Arbeitsagentur und verweist auf die zahlreichen Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung im Erzgebirgskreis.

"Gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds unterstützen wir derartige Vorhaben mit rund 400.000 Euro. Start ist im August dieses Jahres. Junge Menschen sollen eine ihren Interessen und Neigungen entsprechende Berufswahl treffen, die nach erfolgreicher Ausbildung gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet. Das wird unter anderem durch fachpraktischen Erfahrungen in Form eines Betriebspraktikums und den direkten Austausch mit den Unternehmen ermöglicht. Die Berufswahlkompetenz der Jugendlichen soll erhöht und somit Ausbildungsabbrüche vermieden werden", so der Agenturchef.

Schulen beteiligen sich an Berufsorientierungsmaßnahmen

13 Oberschulen und zwei Lernförderschulen aus der Region beteiligen sich an diesen zusätzlichen, intensiven Berufsorientierungsmaßnahmen. In maximal 100 Stunden können Schüler der Klassen 7, 8 und 9 das nötige Know-How für eine passende Berufsausbildung erhalten. Für Praktika sind allein 35 Stunden vorgesehen. 1.668 Mädchen und Jungen sind derzeit bei der Annaberger Arbeitsagentur als Bewerber erfasst. 634 Jugendliche haben noch keinen Ausbildungsvertrag in der Hand und zum Ende des Berichtsmonats waren noch 810 Ausbildungsstellen unbesetzt. Zu den am meisten gesuchten Ausbildungsberufen gehören weiterhin Zerspanungs- und Werkzeugmechaniker, gefolgt von Einzelhandelskaufleuten, Köchen und Verkäufern.