"Ich möchte alle ansprechen"

Aktion Leif Hansen organisierte Kundgebung auf Schwarzenberger Markt

Schon zum dritten Mal hat Leif Hansen am vergangenen Sonntag zu einer Kundgebung auf den Schwarzenberger Markt eingeladen. Der 41-Jährige, der ursprünglich aus Schleswig stammt und den die Liebe 2008 ins Erzgebirge verschlagen hat, strebt mit seinen Aktionen einen aus seiner Sicht zwingend erforderlichen Dialog an. Allerdings hat er mittlerweile die Erfahrung gemacht: "Es ist schwer, die Menschen zu mobilisieren." Am vergangenen Sonntag kamen nur noch rund 60 Interessierte zusammen. Der Grund dafür liegt für Leif Hansen auf der Hand: "Viele haben das Gefühl, dass sich schwer etwas ändern lässt." Zudem schrecke viele die raue Debatte ab. Etliche Menschen lehnen laute Töne ab, die bei Kundgebungen und Demonstrationen in diesen Tagen aber oft nicht ausbleiben. Trotzdem will er nicht locker lassen: "Meine Hoffnung ist, alle anzusprechen. Das wird mir auch angelastet, weil ich niemanden ausschließen will und auch mit radikalen Kräften spreche." Daher reichte auch am vergangenen Sonntag das Spektrum der Anwesenden von der bürgerlichen Mitte bis zu Rechtsaußen. Die Diskussionen verliefen friedlich, verbal aber flogen die Fetzen. Am Ende beschlossen die Anwesenden, Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer erneut zu einem Gespräch einzuladen. Zudem wollen sich an diesem Mittwoch 18 Uhr all jene im Gasthaus "Zur Sonne" treffen, die sich zukünftig noch aktiver einbringen wollen. Dann soll auch entschieden werden, ob es am nächsten Sonntag eine weitere Kundgebung gibt. Bereits tags zuvor hatte es in Schwarzenberg drei Veranstaltungen gegeben. So trafen sich einige Anhänger der Antifa auf dem Sportplatz an der B 101. Direkt daneben folgten Hunderte dem Ruf des rechten Bündnisses Freigeist. Zeitgleich gab es in der St. Georgenkirche Schwarzenberg ein Friedensgebet. Anschließend setzten zirka 150 Menschen mit einer Lichterkette in der Vorstadt ein Zeichen für Toleranz.