Igel in guten Händen

Tierschutz Jahresdurchlauf liegt in Lugau bei über 200 Tieren

Kathrin Effenberger hat ein Herz für Igel. Die Lugauerin, die am Gymnasium in Zwönitz Englisch unterrichtet, betreut auf ehrenamtlicher Basis die Igel-Station im Ort und ist fasziniert von den stachligen Gesellen: "Die Igel sind klein und so völlig anders als jedes Haustier. Wenn man Igel von klein auf betreut, werden sie relativ zahm. Doch sowie man sie in die Natur entlässt, haben sie von der einen zur anderen Sekunde alles vergessen. Es gibt keine Dankbarkeit." In der Igel-Station liege der Jahresdurchlauf bei über 200 Tieren. Die Zahl derer, die in der Station schlafen, bewegt sich zwischen 80 und 100. Aufgenommen werden kranke, verletzte und hilfsbedürftige Tiere.

Wichtig zu wissen sei, so Effenberger: "Einen gesunden Igel darf man nicht aus der Natur entnehmen. Laut Bundesnaturschutzgesetz macht man sich an der Stelle strafbar." Wer gesunden Igeln helfen möchte, kann das in der jetzigen Jahreszeit tun, so die 51-jährige, indem er abends Katzenfutter, das kann auch aufgeweichtes Trockenfutter sein, in einer Schale in der Garten stellt. Ein Igel müsse pro Nacht etwa 15 Kilometer laufen, um satt zu werden. Ein großes Problem: die Biotope, die der Igel braucht, sind zerschnitten durch Straßen, Wohn- und Industriebebauung. Was das Überwintern angeht, so braucht ein Igel eine bestimmte Kälte. "Er kann nicht in einem geheizten Hunde- oder Katzenhaus schlafen, das geht nicht. Igel schlafen nur unter sechs Grad. Und einen Igel wach halten, das darf man nicht. Das ist in seiner Biologie nicht vorgesehen." Wissenswertes zum Thema Igel können Tierfreunde unter: www.pro-igel.de nachlesen.