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Chemnitz

Im Burkhardtsdorfer Bulldog-Museum wird wieder Dampf gemacht

Ausstellung Nach der Winterpause und dem Corona-Lockdown rücken die Sammler und Hobbyschrauber die Veteranen der Technikgeschichte wieder ins öffentliche Rampenlicht.

Burkhardtsdorf. 

Burkhardtsdorf. Im Bulldog-Museum in Burkhardtsdorf wird wieder Dampf gemacht: Nach obligatorischer Winterpause und ungeplantem Corona-Lockdown rücken die Sammler und Hobbyschrauber die teils einzigartigen Veteranen der Technikgeschichte wieder ins öffentliche Rampenlicht. Der verspätete Saisonstart vollzieht sich ab kommenden Sonntag (14.Juni). Ab 13 Uhr öffnen sich wieder die Hallentore zur Sammlung am Topfmarkt. Dafür wurde unter der Woche tüchtig in die Hände gespuckt. So galt es einen Teil der Exemplare zu reinigen und zu warten. Zudem war vorsichtige Millimeterarbeit anberaumt. "Wir rangieren innerhalb der Ausstellungsräume einige Maschinen um, wollen bestimmte Oldtimer an wechselnden Positionen den Besuchern präsentieren", machte sich Peter Uhlig (56), der Leiter der Truppe der Bulldogfreunde im Erzgebirge ans Werk.

Der freut sich, jetzt einige spezielle Exponate endlich vorstellen zu dürfen. "Noch vor Corona-Lockdown haben wir aus Norddeutschland von einem Sammler eine Kemna Hartmann Straßenlokomotive herangeholt. Diese ist jüngst von diesem Fachmann in Litauen entdeckt und geborgen worden", so Peter Uhlig. "Da sie in der sächsischen Maschinenbaufabrik, vormals Richard- Hartmann in Chemnitz gebaut worden ist und wir in der Region eine besondere Beziehung zu dieser Firma haben, dürfen wir das Teil aus dem Baujahr 1918 vorerst als Leihgabe ausstellen." Das imposante Fahrzeug war einst als dampfgetriebene Straßenzugmaschine im Einsatz. "Da die Firma Kemna nicht die erforderlichen Stückzahlen liefern konnte, wurden Bauaufträge auch an Hartmann in Chemnitz gegeben", sagt der Burkhardtsdorfer. "Bis zu 70 PS gab das betagte Stück bei 13 bar Kesseldruck her. 30 Tonnen zog das Teil bei 10 Stundenkilometern. Zumeist für schwere Straßentransporte bestimmt, konnten aber auch per Flachriemen Dreschmaschinen angetrieben werden." Laut Uhlig soll es sich bei dem stählernen Ungetüm um das einzige so erhaltene Exemplar überhaupt handeln.

Nicht minder reizvoll für Technikfans ist die sogenannte Motorlokomobile. Mit dem urigen Traktor stellen die Dampfmaschinenexperten jetzt auch ihr ältestes Teil vor. "Die selbstfahrende Motorlokomobile wurde von den Landsberger Eisenwerken circa 1909 hergestellt. Das Fahrgestell stammt von der Firma Kaelble in Backnang. Die bauten seit 1906 Fahrgestelle für Motorenfabriken, wie Benz. Ein Zwei-Gang-Getriebe treiben per Kette zwei hölzerne Hinterräder an", so Peter Uhlig.

Angesichts der Corona-Verhaltensregeln dürfen derzeit jeweils sonntags maximal 20 Gäste die Museumsräume betreten, zudem ist Mund- und Nasenschutz vorgeschrieben, Desinfektionsmittel stehen bereit.



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