Im Dienst der Gemeinde

Integration Junge Asylbewerber kümmern sich in Drebach um Baumschnitt

Wie von einer schwierigen Situation viele Beteiligte profitieren können, ist derzeit in Drebach zu erleben. Auf Basis einer Arbeitsgelegenheitsmaßnahme leisten dort sechs Asylbewerber Dienst für die Gemeinde, indem sie an den Wirtschaftswegen Bäume und Sträucher beschneiden. Während den Bauhof-Mitarbeitern dafür die Zeit fehlt, freuen sich die jungen Männer aus Syrien und Afghanistan über eine sinnvolle Beschäftigung.

"Wir reden viel miteinander und spielen manchmal Fußball. Einen Fernseher haben wir nicht", beschreibt Adil Atikullah den tristen Alltag. Der 22-jährige Afghane ist Ansprechpartner Nummer 1 für Sozialarbeiter André Mai, denn er spricht sehr gut Englisch. Gelernt habe er die Sprache daheim in der Schule. Doch noch mehr wurde sein Englisch gefördert, als sich Adil auf die wochenlange Flucht nach Deutschland begab. Weil bis auf seine neunjährige Schwester die gesamte Familie im Taliban-Krieg ums Leben kam, zog er unter anderem fünf Tage lang durch den Iran und zehn Tage durch die Türkei. In Bulgarien wurde täglich bis zu neun Stunden gelaufen. Dabei ergab sich so manches Gespräch mit anderen Flüchtlingen. Und weil viele von ihnen aus anderen Ländern kamen, wurde oft auf Englisch kommuniziert. In Chemnitz angekommen, wurde die Gruppe aufgeteilt. Nach einigen Wochen in der Großstadt ging es für Adil zunächst ins Asylbewerberheim im Ortsteil Spinnerei.

Seit einem Monat bewohnt er mit fünf Freunden eine Wohnung direkt in Drebach. "Hier ist es besser als in der Großstadt", sagt der 22-Jährige, der mit seinen Mitbewohnern jede Woche in Zschopau Deutsch paukt. Enge Kontakte hat er noch nicht geknüpft, aber auch keine negativen Erfahrungen gemacht. "Es ist ein langsames Kennenlernen", meint der junge Asylbewerber, der weltoffen wirkt. Er ist froh, mit der Arbeit für die Gemeinde etwas gegen die Langeweile und für die Gesellschaft tun zu können.