Im Marienberger Archiv wurden Geheimnisse gelüftet

Aktion Tag der offenen Archive lockt 50 Besucher an

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Katrin Pöthke (rechts) führte durch die Räumlichkeiten. Foto: Jan Görner

Marienberg. Die hinteren Räumlichkeiten des Marienberger Stadtarchivs sind für die Besucher normalerweise unter anderem des Datenschutzes wegen tabu. Hier lagert mehr als ein laufender Kilometer Dokumente und Akten. Verantwortlich dafür ist Katrin Pöthke. Am Sonntag führte sie etwa 50 Besucher durch diesen sonst geschlossenen Bereich. Da fand bundesweit der Tag der offenen Archive statt.

Die Besucher konnten ein fast 500 Jahre altes Haushaltsbuch bestaunen

Von der Resonanz zeigte sich die Großolbersdorferin überwältigt. Auch einige Schätze hat sie am Sonntag präsentiert. Dazu gehört das älteste erhaltene Dokument, ein zwischen 1533 und 1534 entstandenes Haushaltsbuch der Stadt. Das hat den großen Stadtbrand von 1610 unbeschadet überlebt. "Wahrscheinlich war es damals ausgelagert", vermutet die Archivarin. Das dickste Buch zählt 934 Seiten, ist 17 Zentimeter dick und stammt aus dem Jahr 1695. Dabei handelt es sich um ein Erb-, Zins-, Steuer- und Nachrichtenbuch.

Während der Öffnungszeiten zählt Katrin Pöthke einen oder zwei Besucher täglich. Außerdem hat sie jede Menge Anfragen, die sie per E-Mail erreichen, zu bearbeiten. Die Ahnenforschung gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Die Ortschronisten sind aber ebenso regelmäßige Besucher im Marienberger Stadtarchiv.