Im Wartezimmer

Das Wort zum Sonntag von Sebastian Mann

Manchmal ist es eine rote Ampel, eine lange Schlange an der Kasse oder ein langsamer Computer: Sie können mich aufregen. "Wie lange dauert das denn?!" Warten kann nerven. Dabei weiß ich: in den meisten Fällen ist es belanglos - wie eine rote Ampel.

Aber dann, wenn es um mehr geht, kann Warten ziemlich mühsam sein. Da hofft einer auf Besserung der angespannten Lage bei der Arbeit. Wir erhoffen Genesung, Heilung. Wenn der Ausgang ungewiss ist, wird das Warten anstrengend. Wir fühlen uns dem ausgeliefert. Als säßen sie im Wartezimmer des Arztes, aber ihr Name wird und wird nicht genannt. Solche Zeiten des Wartens sind nur auszuhalten, wenn man weiß: Das, worauf man wartet, kommt wirklich! Kommt das, worauf ich warte?

Advent ist wie so eine Wartezeit. Im Advent zünde ich bewusst die Kerzen der Hoffnung an und denke daran: Gott wird kommen. Er wird es hell machen, wo es dunkel ist. Er wird verbinden und heilen, wo das Leben verwundet und zerbrochen ist. Er wird Freude schenken, wo Traurigkeit und Gleichgültigkeit sich breit gemacht haben. Er wird aufblühen lassen, was vertrocknet ist. Er wird mich beim Namen nennen.

Ich weiß nicht, worauf Sie warten und worauf Sie hoffen. Ich setze meine Hoffnung auf Gott. Auch wenn ich auf ihn warten muss, bin ich sicher: Er kommt. In mein Leben. In diese Welt. Dann hat alles Warten ein Ende.