In der "Sonne" aufgetafelt

Tradition Premiere für großes Wurstessen in Schneeberg

Da ging es buchstäblich um die Wurst: im kleinen Saal des Kulturzentrums "Goldne Sonne" in Schneeberg wurde jetzt zünftig aufgetafelt. Beim 1. Schneeberger Wurstessen drehte sich alles um die Bratwurst - fünf verschiedene Würste wurden zur kulinarischen Premiere kredenzt.

Initiator Volker Schmidt: "Wir haben ein eigenes Rezept kreiert und uns dabei an der fränkischen Region orientiert." Die Besonderheit der Schneeberger Bergbratwurst erklärt Fleischermeister Marcel Bechstein: "Es ist eine etwas gröbere Wurst und etwas kräftiger im Geschmack." Das I-Tüpfelchen sei der Zitronenabrieb. Es sei nicht so, erklärt Schmidt, dass die Wurst aus Franken stammt. Dort habe man allerdings die beste Überlieferung. 1313 habe man in Nürnberg die erste Dokumentation einer Bratwurstbude. In Schneeberg habe man Rezepte um das Jahr 1505 und im 16./17. Jahrhundert seien die Würste nachgewiesen als Bergessen. Das 19. Jahrhundert mit seinen Geselligkeiten bezeichnet Schmidt als Zeitalter der Wurst und auch als Niedergang. "Die Wurst stirbt 1885 in Halberstadt", schmunzelt Schmidt.

Das Schneeberger Wurstessen soll keine Eintagsfliege sein: vielmehr will man die Kulturgeschichte des Essens weiter thematisieren. So schwebt Volker Schmidt für die Zukunft eine Siedewurst- und ein Kochwurst-Essen vor.