In diesem erzgebirgischen Museum gehen die Lichter aus

Das Großolbersdorfer Nummernschilder-Museum, das einst Magnet für das größte Sammlertreffen Europas war, ist nun selbst Geschichte

Großolbersdorf

Kaum einen Monat her, da stand Sven Rost noch strahlend vor reichlich 200 Nummernschilder-Sammlern aus der ganzen Welt. „Mit 28 Ländern, die vertreten waren, haben wir einen neuen Rekord aufgestellt“, sagt er über das größte Treffen dieser Art, das wieder einmal im erzgebirgischen Großolbersdorf über die Bühne ging. Womöglich zum letzten Mal.

Denn das Internationale Museum für Nummernschilder, Verkehrs- und Zulassungsgeschichte, das Rost bislang dort betrieben hat, ist nun selbst Geschichte.

Weil der Aufwand dafür einfach zu groß war, sah sich der 56-Jährige zu diesem Schritt gezwungen.

Leidenschaft in den USA entdeckt

Für Rost war der Aufwand immens. Schließlich wohnt er in Hagen, Nordrhein-Westfalen.

Die Verbindung nach Großolbersdorf rührt von seinen (Ur-)Großeltern, die dort einst Holzspielzeug und später Küchenmöbel herstellten.

Zu DDR-Zeiten wurde die Heymann-Fabrik verstaatlicht, ging nach der Wende aber wieder in Familienbesitz über. Rost, der in seiner Jugend bei einer USA-Reise seine Sammel-Leidenschaft für Nummernschilder entdeckt hatte, kam bei der Suche nach einer Nutzungsmöglichkeit die zündende Idee.

Weil es für eingetragene Vereine Fördermittel gab, raufte er sich mit anderen Sammlern zusammen, gründete 2001 einen Verein und fand so eine sinnvolle Unterbringung für seine vielen Raritäten.

Zukunft von Museum und Treffen noch offfen

Viele Menschen haben sich seither die vielen Schilder aus fast allen Ländern der Welt in Großolbersdorf angesehen.

„Aber im Leben gibt es noch andere Herausforderungen“, sagt Rost zur Schließung, für die er sich schweren Herzens entschied. Diese bedeutet aber nicht automatisch das generelle Aus für das Museum.

Im Gegenteil: Alle Ausstellungsstücke wurden in der Nähe von Hagen eingelagert, um in Zukunft ein größeres und noch schöneres Museum zu eröffnen. „Der neue Standort ist noch nicht gefunden“, erklärt Sven Rost, der übrigens auch eine Zukunft des Nummernschildertreffens im Erzgebirge nicht ganz ausschließen will.

„Die Bestrebungen halten an, es weiter durchzuführen“, erklärt der 56-Jährige, der sich künftig aber nicht selbst an der Organisation beteiligen wird.

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