Indoor-Farming: Studenten präsentieren neues Konzept für alte Spinnerei im Erzgebirge

Duo sieht im Anbau von Pflanzen eine zukunftsfähige Nutzung für Venusberger Industriekomplex

Venusberg

Etwa 20.000 Quadratmeter groß ist die Fläche der ehemaligen Venusberger Spinnerei, die von 1882 bis in die 1980er-Jahre für die Textilproduktion genutzt und kontinuierlich erweitert. Nachdem 2022 für Arbeit endgültig eingestellt wurde, kaufte die zuständige Gemeinde Drebach das zum Großteil denkmalgeschützte Areal, um die wertvolle Gebäudesubstanz zu erhalten und neu zu beleben. Gemeinsam mit dem Denkmalnetz Sachsen wird nach neuen Nutzungs- und Revitalisierungsmöglichkeiten gesucht - ein Vorhaben, in das dank zweier Architektur-Studenten nun Bewegung gekommen ist.

 

Mit Keimpflanzen könnte es losgehen

Indoor-Farming, auch als vertikale Landwirtschaft bezeichnet, ist das Konzept, an dem Alexander Ostrovskis und Leo Dinkelacker ihre Master-Arbeit an der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur ausgerichtet haben. 120 Seiten lang ist ihr Werk, in dem sie mögliche Entwicklungsschritte für den Industriekomplex dargelegt haben. Schritt für Schritt soll diese erfolgen. In der ersten großen Halle nahe des Eingangs könnten Keimpflanzen angebaut werden, in den anderen großen Hallen könnten später Pilze, Arzneimittelpflanzen und die als Süßstoff verwendeten Stevia-Pflanzen dazukommen.

 

Investor gesucht

Für den Anbau von Vanille wäre ein 20 Meter hoher Anbau aus DDR-Zeiten gut geeignet. Auf dem Dach könnte die natürliche Sonneneinstrahlung für Gewächshäuser genutzt werden, in denen zum Beispiel Tomaten gedeihen. "Indoor-Farming wäre zunächst das Zugpferd. Langfristig sind auch andere Nutzungsmöglichkeiten denkbar", erklärt Dinkelacker, der mit seinem Partner mit 1,2 eine Top-Note für die Master-Arbeit erhielt. Auch der Erfahrungsaustausch mit der TU Chemnitz, die über eine gute Vernetzung verfüge, stimmt ihn optimistisch, in der alten Venusberger Spinnerei tatsächlich etwas bewegen zu können. Offen bleibt nach der Präsentation des Konzepts aber die Frage, ob sich dafür einer oder mehrere Investoren finden lassen.

 

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