Integration: 12 von 25 Startern erhalten ihr Zertifikat

Bildung Erster Kurs seit zehn Jahren abgeschlossen

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Ulrike Eschers (li.) Klasse an der Volkshochschule Olbernhau. Insgesamt 12 Frauen und Männer haben ihre Deutschkenntnisse unter Beweis gestellt. Foto: Jan Görner

Olbernhau. An der Volkshochschule in Olbernhau haben diese Woche zwölf Männer und Frauen ihren Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen. Dieser beinhaltete neben den Grundlagen der deutschen Sprache auch Kultur und Lebensweise hierzulande. "Das ist am Standort Olbernhau der erste Kurs dieser Art seit zehn Jahren", sagte der Leiter der Einrichtung Jens Kaltofen.

Das Zertifikat über die abgeschlossene Prüfung hielt unter anderen Nadja Börner in ihren Händen. Sie stammt aus der Ukraine, lebt aber schon seit Jahren hier, hat eine Familie, einen Job und Freunde. "Ich wollte einfach nur wissen, wie gut es um meine Deutschkenntnisse bestellt ist", sagte sie. Für Neuankömmlinge wie sie sind diese Integrationskurse einst ins Leben gerufen worden. Mittlerweile sind die Lehrgänge nach Paragraph 44 des Aufenthaltsgesetzes auch für Flüchtlinge Pflicht. "Seit dem haben sie sich sehr verändert", weiß die Lehrerin Ulrike Escher. Demnach säßen nun Menschen mit verschiedensten Ausgangsniveau vor ihr.

Eines hätten die Absolventen dieses Lehrgangs jedoch gemeinsam gehabt. "Sie haben sich alle ehrlich bemüht und wollen ein Teil unserer Gesellschaft werden", sagte Ulrike Escher. Mohammad Mira ist aus Aleppo geflüchtet. "Es ist selbstverständlich, dass wir die Sprache unserer Gastgeber lernen und die Kultur respektieren", sagte er. Nun möchte er studieren. Erneuerbare Energien interessieren ihn. Für immer in Deutschland bleiben will er nicht. "Wir bleiben Söhne Syriens und müssen das Land wieder aufbauen", sagte er. Begonnen hatte der Kurs im vergangenen Jahr mit 25 Teilnehmern. Die Hälfte hat die Region bereits verlassen. "Das ist schon ein Problem", findet Ulrike Escher. Schließlich sei es fraglich, ob sie an ihrem neuen Standort wieder so rasch einen dieser Kurse bekommen. "Dabei ist die Sprache für die Integration das wichtigste", findet die Lehrerin.