Ist der Unesco-Welterbetitel zum Greifen nah?

Entscheidung Montanregion Erzgebirge/Krusnohori bewirbt sich für Welterbeliste

Erzgebirge. 

Erzgebirge. Es wird ernst, wenn am kommenden Wochenende in Baku/Aserbaidschan die Entscheidung fällt, ob die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori in die Welterbeliste aufgenommen wird. Die Spannung beim Welterbeverein und den Erzgebirgern ist groß, denn alle haben sich vehement dafür eingesetzt, dass es klappt. Ab sofort sind in 40 Städten und Gemeinden in und um das Erzgebirge überall die Plakate "Auf dem Weg zum Welterbe" zu sehen.

Zum Start der Plakatkampagne für die Montanregion Erzgebirge war am Freitag Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) in Chemnitz angereist. Gemeinsam mit Landrat Frank Vogel und dem Vorsitzenden des Vereins Welterbe Montanregion, Volker Uhlig (v.l.), legte er letzte Hand an. Für den Landeschef steht fest: "Sachsen kann man gar nicht ohne das Erzgebirge erklären." Volker Uhlig zeigte sich überzeugt: "Es sieht gut aus, denn wir haben die fachliche Empfehlung durch Icomos."

 

 

Montanregion repräsentiert ausgewählte Denkmäler, Natur- und Kulturlandschaften

 

Nach 20 Jahren ist damit der Unesco-Welterbetitel zum Greifen nah. Die Aussichten stehen gut, meint auch die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH, verantwortlich für die Gesamtprojektsteuerung. Die ausgewählten Denkmäler, Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren die 800-jährige Geschichte des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus. Der Welterbeverein, bestehend aus 32 Städten und Gemeinden, drei Landkreisen sowie dem Förderverein Montanregion Erzgebirge ist damit nach intensiver Arbeit auf der Zielgerade.

Unterstützt wurde der Verein durch die wissenschaftliche Arbeit der TU Bergakademie Freiberg mit dem Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte von Prof. Helmuth Albrecht mit Friederike Hansell. Das jetzt vorliegende grenzüberschreitende Projekt enthält 22 Bestandteile, davon 17 auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite, die gemeinsam ein Welterbe darstellen. Doch die Initiatoren wissen auch: Die jetzige Empfehlung von Icomos ist ein wichtiger Schritt, doch endgültig sicher ist der Welterbetitel erst nach der Abstimmung am Wochenende.

 

 

In der Saigerhütte live dabei sein

 

Wenn am kommenden Sonntag ab 17 Uhr im Gelände der Saigerhütte, einem der 22 Bestandteile im deutschen und böhmischen Erzgebirge, die 25-jährige Wiedergründung der Saigerhüttenknappschaft begangen wird, kommt es nicht nur zu einem Rückblick auf das 2. Saigerhüttenfest von 1994, sondern auch zu einer Live-Schaltung zur deutschen Delegation in Baku.

Dazu lädt Udo Brückner, Geschäftsführer des Tourismusvereins Olbernhau herzlich ein: "Auf nach Olbernhau, wenn am 7. Juli die Entscheidung zum Unesco-Welterbe für die Montanregion Erzgebirge fällt und 25 Jahre Wiedergründung der Saigerhüttenknappschaft gefeiert wird. Neben Bergbrüderschaften der Region haben sich auch Landrat Frank Vogel und weitere Vertreter des Welterbevereins sowie der MDR-Sachsenspiegel angesagt. Der MDR wird auch auf einer Großleinwand die Ereignisse in Baku direkt in die Saigerhütte und nach Sachsen übertragen."

Neben den geladenen Gästen kann jeder dabei sein, im und am Treibehaus der Saigerhütte. Eintrittskarten für das Treibehaus gibt es kostenlos in der Tourist-Information Olbernhau (Tel. 037360 689866, tourinfo@olbernhau.de), solang der Vorrat reicht. Wenn die Sitzplätze vergeben sind, besteht für alle die Möglichkeit im Außengelände die Veranstaltung über eine Videowand zu verfolgen.