Jeder kann Leben retten

Reanimation Johanniter-Kreisverband im Erzgebirge zeigt, wie Erste Hilfe funktioniert

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Die Ärztin Judith Huster (li.) und Sven Oschmann von den Johannitern (2.v.re.) zeigen Alexander Pausch und Sarah Göckeritz wie man sich im Notfall richtig verhält. Foto: R. Wendland

Aue. Reanimation, sprich Herz-Lungen-Wiederbelebung, ist ein Thema, dem sich viele Menschen mit Vorsicht nähern. Leben retten kann jeder und zudem ist unterlassene Hilfeleistung strafbar. Sven Oschmann ist Fachausbilder und gehört zum Kreisverband Erzgebirge der Johanniter Unfallhilfe.

Viele Leute trauen sich nicht

Er sagt: "Wir wollen mit Aktionen und Lehrgängen Ängste abbauen. Erste Hilfe kann jeder leisten und das soll die Bevölkerung erkennen. Man muss nur den Mut haben, anzufangen." Viele haben Angst davor, es könnte etwas passieren, weiß Oschmann aus Erfahrung. Er sagt aber auch: "Das Absetzen des Notrufes ist jedem zumutbar, sodass der Rettungsdienst alarmiert ist. Das trainieren wir schon mit Vorschulkindern."

Im Ernstfall zählt jede Minute

Judith Huster ist Notärztin am Helios Klinikum in Aue. Die Medizinerin macht deutlich, wie wichtig Erste Hilfe ist: "Die ersten zehn Minuten sind entscheidend. Danach hat man einen Punkt erreicht, wo es kritisch wird. Pro Minute, wo man nichts macht, steigt die Sterblichkeit um zehn Prozent. Es fangen schon nach zwei bis drei Minuten Zellen an abzusterben im Gehirn."

Die gesetzliche Hilfsfrist liegt bei zwölf Minuten und je nachdem, wo sich der Rettungsdienst gerade befindet, dauert es seine Zeit, bis die Rettungskräfte vor Ort sind. "Deshalb ist Erste Hilfe so wichtig. Der typische Erwachsene hat Angst, etwas falsch zu machen, doch das ist in der Regel nicht so", erklärt Huster. Wichtig sei, dass man etwas tut und nicht wegschaut.