Zschopau. Die diesjährige Geländefahrt "Rund um Zschopau" war das erwartete Fest im Mekka der deutschen Enduro-Landschaft. Wie im Vorjahr in Zschopau und wie bei allen vorangegangenen Saisonrennen 2024 war der Chemnitzer Jeremy Sydow das Maß der Dinge. So gewann er auch beim achten und somit vorletzten Lauf der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft (DEM) 2024 sowohl die klassenübergreifenden Championatswertung wie auch die kleinste Hubraum-Klasse E1. Und das erneut in überzeugender Manier, denn "Jere" setzte obendrein bei allen zehn Sonderprüfungen (3 x SP1 Enduro-Test bei Weißbach, 3 x SP2 Enduro-Test bei Waldkirchen und 4 x SP3 Cross-Test auf dem Zschopauer Skihang) die absoluten Bestzeiten. Am Ende der gewohnt anspruchsvollen Geländefahrt nach rund siebeneinhalb-stündiger Gesamtfahrzeit hatte Jeremy Sydow für die vergleichsweise kurzen Sonderprüfungen kumulierte 43:11,99 Minuten benötigt. Mit dieser Meisterleistung hat er zudem seinen im vorigen Jahr gewonnen Klassen-Titel vorzeitig erfolgreich verteidigt. Ebenso müsste er im Enduro-Championat, der wiederum alle Hubraumklassen vereinenden Gesamtwertung, so gut wie durch sein, nur kommt hier ein etwas komplizierter Wertungsschlüssel zur Anwendung.
Alle drei Klassensieger auf dem Championatspodium
"Overall" Zweiter sowie Sieger der Hubraum-stärksten Klasse E3 wurde Luca Fischeder aus Geringswalde, der in allen Sonderprüfungen die jeweils zweitschnellste Zeit fuhr und dafür insgesamt 1:17,13 min. mehr als Jeremy Sydow benötigte. Dennoch konnte der DEM-Rückkehrer inmitten der Saison nach einem verkorksten Versuch mit einem italienischen Team die WM und die Italienische Meisterschaft zu bestreiten, mit dem Ergebnis zufrieden sein. War er im Prinzip auch, doch mit seiner fahrerischen Leistung haderte er im Ziel ein wenig.
Tagesdritter wurde Davide von Zitzewitz aus dem schleswig-holsteinischen Karlshof, der gleichzeitig die "Mittelklasse" E2 gewann. Somit wurde das Overall-Podest mal wieder von den drei Klassensiegern geentert. Mit diesem Erfolg durfte sich auch Davide von Zitzewitz vorzeitig das Meister-Shirt überstreifen.
Ebenso Leon Thoms aus dem mecklenburgischen Benz, dem dazu ein zweiter Klassenplatz hinter Pascal Sadecki in der Junioren-Klasse J1 genügte. Der Zschopauer glänzte zudem mit dem achten Rang der Scratch-Wertung.
Von den nur drei angetretenen J2-Junioren setzte sich Arvid Meyer aus Reinsdorf gegen Hannes Lehmann aus Penig und Niclas Leon Kallmeyer aus Schindelbach durch.
Weitere sächsische Podeststürmer
Einen weiteren sächsischen Podestplatz gab es durch den 36-jährigen Routinier Edward "Eddi" Hübner, ebenfalls aus Penig, als Zweitem der E2 nur knapp hinter Davide von Zitzewitz. Zudem versperrte ihm der Norddeutsche das Overall-Podest mit seiner nur 11,5 Sekunden schnelleren Gesamt-Sonderprüfungszeit, doch auch Eddi Hübners Gesamtplatz vier war wieder aller Ehren wert.
Als jeweils Dritter wurden der noch ein Jahr ältere Krumhermersdorfer Andreas Beier zur Siegerehrung der Klasse E3 und Kurt Reichel aus Großolbersdorf zur gleichen der E1 gerufen.
Über Rang vier in der am stärksten frequentierten und umkämpften Klasse E2 durfte sich der Wolkensteiner Karl Weigelt freuen, zumal er auch als Overall-Siebenter überzeugen konnte.
E2-Fünfter wurde Florian Görner aus Scharfenstein, gefolgt vom nur noch Gelegenheits-DEM-Piloten Nick Emmrich aus Zschopau sowie Patrick Irmscher aus Schweikershain. Bei seinem ebenso unregelmäßigen Gastspiel wurde Marc Neumann aus Drebach E2-Elfter. Während der weitere Zschopauer Marvin Poller und Michael Domagala aus Gornau die Plätze 13 und 15 belegten, schied Jörg Haustein aus Mülsen bereits kurz nach der Hälfte der Sonderprüfungen aus.
Auch in der E3 mischten zwei sächsische Piloten mal wieder "just for fun" mit. In diesem Prestige-Duell setzte sich der Zwönitzer Marcel Teucher als Siebenter ganz knapp (2,88 Sekunden) gegen Maik Schubert aus Hopfgarten durch.
Mit mehr sportlichen Ambitionen wurde Jeremy Nimmrich aus Gelenau in der J1 Fünfter.
Die Mannschaftswertung gewannen Jeremy Sydow, Luca Fischeder und Eddi Hübner als Team Sachsen 1 und die Mannschaft Sachsen 2 wurde mit der Besetzung Karl Weigelt, Pascal Sadecki und Florian Görner Dritte.
Und dann war da noch Lucy Glöckner aus Krumhermersdorf. Die Ex-Straßenrennfahrerin versuchte sich bei Rund um Zschopau erst zum dritten Mal im Gelände und erstmalig beim Enduro-Klassiker schlechthin. Das Ergebnis war für sie zweitrangig, doch Appetit auf mehr hat sie sich zumindest geholt.
DEM-Finale 2024 in der Eifel, WM-Finale 2025 wieder in Zschopau
Am kommenden Sonntag steht in Kempenich in Rheinland-Pfalz das DEM-Saisonfinale 2024 auf dem Programm. In der Eifel unweit des Nürburgrings muss man zu dieser Jahreszeit wettermäßig mit allem rechnen.
In Zschopau wird im nächsten Jahr wieder eine Schippe draufgelegt, denn nach 1990, 2004, 2017 und 2022 kommt die Enduro-Weltmeisterschaft wieder zu ihrem Finale ins Erzgebirge.
Ergebnis-Update vom 20.Oktober
Nach einigem Hin und Her sowie einer ungenügenden Kommunikation auf Grund einer nicht ganz sattelfesten Serienleitung in Bezug auf die zunächst angewendete und später per Bulletin geänderten Streichresultatregelung ist es nun doch so, dass der Chemnitzer Jeremy Sydow mit seinem Gesamtsieg bei "Rund im Zschopau" 2024 am gestrigen Samstag, dem 19. Oktober, nicht Deutscher Meister in seiner Klasse E1 wurde, sondern zugleich den Titel in der klassenübergreifenden Championatswertung eingefahren hat. Wir bitten das Missverständnis zu entschuldigen.
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