Jubiläum im Erzgebirge: Wie aus einem Mühlenteich ein Freibad wurde

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens dieses Freibads wird drei Tage lang gefeiert – Dabei wird auch ausführlich geschildert, wie die Freizeiteinrichtung einst entstand

Krumhermersdorf

Mit einem dreitägigen Badfest wird ab diesen Freitgag, den 26. Juni, das 70-jährige Bestehen des Krumhermersdorfer Freibads gefeiert.

DJ PassionBeats eröffnet um 21 Uhr das Programm, das am Samstag ab 14 Uhr auch Aqua Fitness, Volleyball und viele Angebote für Kinder zu bieten hat. Ehe das Event am Sonntag mit einem Frühschoppen ausklingt, wird es am Samstagabend auch einen ausführlichen Vortrag über die Historie des Bads geben. Dabei blickt Hobby-Historiker Steffen Neubauer auch auf jene Zeit zurück, in der sich an gleicher Stelle noch ein Mühlteich befand.

Schon früher wurde hier gebadet

„Schon der über 500 Jahre alte Mühlteich im Nesselgrund, auch Börnichener Teich genannt, diente als Badeteich und Ausflugsziel für die Krumhermersdorfer“, erklärt Neubauer. In den 1920er-Jahren begann der Teich jedoch zu verlanden.

Als im Sommer 1953 fast kein Wasser, sondern nur noch Schlamm darin war, habe sich unter Führung von Herbert Böhm und Heinz Zschocke eine Baukommission gegründet. Der damalige Bürgermeister Willi Haugke habe Grünes Licht gegeben – und so begann schließlich der Bau des Freibads, an dem unzählige Menschen aus dem Ort beteiligt waren – und bei dem so manche Herausforderung zu meistern war.

Bau dauert drei Jahre

Um Erdmassen und Gestein in Loren transportieren zu können, wurden sogar kleine Schienen angelegt. Es war ein riesiger Aufwand, der beinahe umsonst gewesen wäre. Zweiwöchiger Dauerregen sorgte 1954 für Hochwasser, das die bereits ausgehobene Grube wieder mit Schlamm füllte. „Danach verloren viele die Lust am Badbau“, berichtet Neubauer.

Mit großer Anstrengung seien die Schäden aber letztlich behoben worden. Auch Helfer aus Vereinen, Schulkinder und Rentner packten mit an. Einer der Mitwirkenden brachte es sogar auf mehr als 1000 Arbeitsstunden. So entstand das große Becken, das am 1. Juli 1956 eingeweiht wurde und zeitweise über einen Fünf-Meter-Sprungturm verfügte. Der ist inzwischen zwar abgebaut, doch das Bad erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Auch bei Steffen Neubauer, der übrigens genauso alt ist wie das Freibad. aba

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