Junge Frau setzt Familientradition fort

Wettbewerb Stollbergerin kam beim Sächsischen Gründerinnenpreis in die engere Auswahl

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Stollbergs Oberbürgermeister Marcel Schmidt, Ministerin Petra Köpping und der Landtagsabgeordnete Rico Anton (v.li.) haben Franziska Kempe (3.v.li.) vor Ort im Unternehmen besucht. Foto: R. Wendland

Stollberg. Der sächsische Gründerinnenpreis wird jährlich unter der Schirmherrschaft von Gleichstellungsministerin Petra Köpping verliehen. Für den Preis 2018 haben sich über 50 Unternehmerinnen beworben. Sechs haben es in die engere Auswahl geschafft.

Dazu zählte auch Franziska Kempe, Inhaberin von Kempe Bistro & Catering in Stollberg. Die junge Frau, die vor zwei Jahren den elterlichen Betrieb übernommen und konzeptionell neu belebt hat, bekam jetzt Besuch von Petra Köpping. Die Ministerin sagt, es seien viele qualitativ hochwertige Bewerbungen für den Gründerinnenpreis eingegangen und sie wolle die individuellen Geschäftsideen vor Ort kennenlernen.

Hinter dem Erfolg steckt viel Arbeit

Franziska Kempe ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge. "Wenn man zufrieden Gäste hat, ist das einfach super. Es ist schön, Gastgeber zu sein. Eine reine Büroarbeit würde mir keinen Spaß machen", sagt Kempe. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat Kempe nicht bereut: "Es ist schön, etwas Eigenes zu haben." Doch hat auch etwas mit bürokratischem Aufwand zu tun. "Für Dinge, die man nach Ladenschluss erledigt werden müssen, sind es täglich ein bis zwei Stunden, die man ran hängt", so Kempe.

Aktuell sei es das ganze Thema Datenschutzverordnung, wo man nicht so richtig wisse, wie man sich richtig verhalten soll und wohin man sich wenden kann. Für die Geschäftsübernahme hatte Franziska Kempe durch ihre mehrjährige Erfahrung in der Systemgastronomie gute Voraussetzungen und selbst auch den Willen.

Sachsen steht derzeit an der Spitze

Doch das ist nicht immer so. Unternehmensnachfolge ist eines der größten Probleme in Sachsen, sagt Petra Köpping: "Deshalb ist es besonders schön, wenn junge Leute Geschäfte und Unternehmen weiterführen und besonders, wenn es Frauen sind." Im deutschlandweiten Vergleich sei man in Sachsen führend, was die Unternehmensleitung durch Frauen angeht. Was man unterstützen möchte, so Köpping, sei das Netzwerken, damit sich Unternehmerinnen untereinander kennenlernen.