Junge Leute werden Rettungsschwimmer

Projekt Streetworker bildet aus und sichert somit den Betrieb im Naturbad ab

Johanngeorgenstadt. 

Johanngeorgenstadt. Es ist in Freibädern ein Problem: Rettungsschwimmer sind Mangelware. Das Naturbad Schwefelbach Johanngeorgenstadt bildet dabei keine Ausnahme. Auch in diesem werden aktive Rettungsschwimmer benötigt. Daher haben sich jetzt zehn Frauen und Männer im Alter von 16 bis 28 Jahren sich zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen und die vorgeschriebene Prüfung erfolgreich absolviert.

"Die Jungs und Mädels bei uns bekommen eine Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt", sagt Streetworker und Ausbilder Micha Scholz. In einem Freibad muss immer ein Rettungsschwimmer zu den Öffnungszeiten vor Ort sein. Markus Gündel, der bei der Standortentwicklungsgesellschaft in Johanngeorgenstadt angestellt ist, deckt als Rettungsschwimmer den Dienst ab. Die zehn jetzt ausgebildeten Rettungsschwimmer verstärken ihn einerseits in Stoßzeiten und sichern die Öffnungszeiten ab, in denen Gündel nicht anwesend ist. Rettungsschwimmer, die einen allein Dienst schieben, müssen neben der abgeschlossenen Ausbildung mindestens 18 Jahre sein.

Ausbildung, Training und wertvolle Freizeitbeschäftigung

Ausbildung und die Prüfung gelten nicht ein Leben lang. "Aller zwei Jahre sollte eine Auffrischung stattfinden und an den Fertigkeiten trainiert werden", so Micha Scholz und ergänzt: "Mit der Truppe kommen wir jetzt erst einmal gut über den Sommer. Ab Herbst werden wir wieder trainieren und ganz wichtig: Wir wollen dann auch schon junge Leute nachziehen." Micha Scholz, der die jungen Rettungsschwimmer aus dem Kreis des Streetworkprojekts Eibenstock-Johanngeorgenstadt im Kreisjugendring Erzgebirge e. V. rekrutiert hat, ist es wichtig, die Männer und Frauen langfristig an solch vertrauensvolle Aufgaben zu binden.

"Dafür gibt es zwei Gründe. Ich arbeite viel mit Jugendlichen, die hier dem Gemeinwesen dienen. Gleichzeitig lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, sind sportlich aktiv und lernen zusätzlich im Bereich Erste Hilfe", erklärt Scholz. Über das Training bekommen sie eine wertvolle Freizeitbeschäftigung, so der Streetworker. Die Aufwandsentschädigung sei an der dieser Stelle wichtig, weil sie das System von Geben und Nehmen lehrt. Scholz nutzt den erlebnispädagogischen Ansatz, in dem sie nicht nur den Rettungsschwimmer machen, sondern auch ihren Tauchschein. "Wir bieten ihnen damit weitere Entwicklungsmöglichkeiten", so Scholz.