Zum vierten von acht Saison-Events der DTM reiste der Tross an diesem Wochenende nach Nürnberg, um auf dem geschichtsträchtigen 2,162 Kilometer langen Stadt-Straßen-Kurs Norisring um weitere Meisterschaftspunkte zu kämpfen. Dies gelang am ersten kombinierten Trainings- und Renntag Samstag dem Südafrikaner Jordan Pepper mit seinem Lamborghini (Huracan GT3 EVO 2) mit maximalem Erfolg. Erst sicherte sich der Pilot vom TGI Team Lamborghini by GRT die mit drei Punkten honorierte Pole Position und am Nachmittag gab er auch im einstündigen Rennen von Anfang bis Ende den Ton an und holte sich seinen ersten DTM-Sieg überhaupt. Zweiter wurde der Österreicher Thomas Preining in einem Porsche (911 GT3 R 992) vom Team Manthey EMA gefolgt vom in Monaco lebenden Deutschen Maro Engel in einem vom Mercedes-AMG Team Winward Racing eingesetzten Mercedes-AMG GT3.
Dresdner Maximilian Paul startet mit Lambo
Der Dresdner Maximilian Paul startete mit seinem vom familieneigenen Rennteam Paul Motorsport eingesetzten "Lambo" vom elften Startplatz und kam als 15. ins Ziel. Wegen eines Missgeschicks (Verbremser mit daraus resultierender kleinen Kollision mit einem Kontrahenten) wurde er allerdings mit einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe bedacht, sodass er nur als 16. knapp außerhalb der Punkte gewertet wurde.
Packendes Duell am Sonntag
Deutlich spannender war das zweite Rennen am Sonntag, bei dem sich Thomas Preining, der Champion des Jahres 2023, und der Ex-Formel-1-Fahrer Jack Aitken aus Großbritannien in einem Ferrari 296 GT3 vom Team Emil Frey Racing ein packendes Duell um den Sieg lieferten und dieses Thomas Preining mit einem Vorsprung von 1,592 Sekunden für sich entschied. Dritter wurde in "Klein-Monaco" Jack Aitkens Stallgefährte Thierry Vermeulen aus den Niederlanden, der von der Pole Position aus ins Rennen gegangen war und bis zur ersten von diesmal zwei Pflicht-Boxenstopp-Orgien führte.
Maximilian Paul schied nach 20 Runden auf Platz 20 liegend aus.
MotoGP-Sound bei der DTM
Wie üblich, waren auch wieder ein paar Rahmenserien im Programm, doch für einen Leckerbissen der besonderen Art sorgte der KTM-Testfahrer aus der MotoGP, der Spanier Pol Espargaro. Hinsichtlich des am kommenden Wochenende stattfindenden Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring drehte er zwei Mal täglich im Beton- und Leitplankenkanal Demo-Runden und ließ die alte Steintribüne beben.
Mit Jonas Greif aus Coswig bei Dresden war auch im Porsche Carrera Cup Deutschland ein Sachse vertreten. Bei den Laufsiegen der Niederländer Flynt Schuring und Robert de Haan belegte Jonas Greif die Plätze 21 und 15, womit er sich am Sonntag zumindest mit einem Meisterschaftszähler belohnte.
In der Sportwagen-Nachwuchsklasse ADAC GT4 Germany zeigten Niels Tröger aus Großfriesen und sein diesjähriger Motorsport-Partner Andreas Jochimsen aus Dänemark in einem BMW GT4 Evo im ersten ebenfalls einstündigen Rennen jedoch mit Fahrerwechsel, eine tolle Aufholjagd und verwandelten ihren 17. Startplatz in Rang sechs, gleichbedeutend mit Niels Trögers bisher bestem Ergebnis in dieser Klasse. Am Sonntag legten sie mit Platz acht direkt nach. In der Tabelle verbesserten sie sich in Nürnberg auf Rang zehn.
Erzgebirger mit weiteren starken Vorstellungen
Für die besten Ergebnisse aus sächsischer Sicht sorgte der Schwarzenberger Maxim Felix Dacher in der Elektro-Autorennserie NXT Gen Cup auf Basis des Mini. Ins erste von sogar vier Rennen pro Wochenende startete der für den 1. Auer MSC startende 18-Jährige am Samstag von der dritten Position, führte nach zwei tollen Überholmanövern das Feld ein paar Runden an, musste sich aber am Ende mit dem ebenfalls aller Ehre werten Silberrang begnügen. Nach einem Sieg und einem dritten Platz beim Saisonauftakt in Oschersleben hatte der erst 18-Jährige damit einen ersten Medaillensatz komplett. Das zweite Rennen am Samstagabend begann für ihn mit einem fremdverschuldeten Dreher äußerst unglücklich. Was er dann allerdings aufführte, war schon fast meisterhaft. Er überholte einen nach dem anderen Konkurrenten und da sich die breite Spitzengruppe wie wild beharkte, konnte er sogar zu dieser noch aufschließen und überquerte nach nur 13 Rennrunden schließlich erneut als sensationeller Zweiter den Zielstrich. Die Freude darüber währte aber nicht lange, denn wegen einer Feindberührung (in dieser Klasse keine Seltenheit) wurde er mit einer Strafe belegt, die ihn in der überabeiteten Ergebnisliste nur auf Platz 13 aufscheinen lässt. Allerdings ist in dieser Angelegenheit noch nicht aller Tage Abend. Am zweiten Renntag wurde nur ein Rennen ausgetragen, welches Maxim Felix Dacher erneut als Zweiter beendete und diese Position nun auch in der Tabelle einnimmt.
Das weitere Programm bis zum Sachsenring
Als nächstes stehen sowohl für die DTM wie auch die ADAC GT4 Germany und den NXT Gen Cup die Rennen auf dem Nürburgring sowie danach vom 22. bis 24. August auf dem Sachsenring auf dem Programm. Hier wird die Elektro-Auto-Rennserie ihre letzten vier Saisonrennen austragen und demzufolge ihren Meister 2025 küren. Mal sehen, ob Maxim Felix Dacher da nach wie vor in die engere Wahl kommt.
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