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Junioren-Weltmeister Andreas Cyffka erliegt schwerer Krankheit

nachruf Eine Endurosportlegende verlässt viel zu früh die Bühne des Lebens

Gelenau. 

Gelenau. Die Endurowelt trauert um Andreas Cyffka. Der Gelenauer erlag am Samstagmorgen kurz nach seinem 58. Geburtstag einer langen schweren Krankheit. Andreas Cyffka wurde am 14.01.1963 in Ehrenfriedersdorf geboren. Im Alter von 17 Jahren hatte ihn das Endurofieber gepackt. Nach seiner ersten Saison als Endurosportler, der wie einige seinerzeit das Einmaleins des Sportes beim Motorsportclub (MC) MZ Zschopau an die Hand bekam, hatte er bereits die Lizenz in der Tasche. Die außerordentlichen Leistungen blieben auch der MZ-Sportabteilung nicht verborgen. 1983 wurde er in ihre Reihen aufgenommen. Schon im Folgejahr triumphierte der MZ-Werksfahrer bei der 59. Sechstagefahrt im niederländischen Assen, indem er mit den beiden Simson-Fahrern Jens Thalmann und Bernd Lämmel sowie Reinhard Klädtke auf MZ die Silbervase gewann.

Ein Jahr später im spanischen La Molina wurde aus der Silbervase die FIM-Junioren-Weltmeisterschaft, die erstmals an ein reines MZ-Quartett mit Andreas Cyffka, Mike Heydenreich, Jens Grüner und Udo Grellmann aus dem Erzgebirge ging. Das Jahr darauf wurde dasselbe Quartett Vize-Junioren-Weltmeister bei der Sechstagefahrt im italienischen San Pellegrino. Bei der 62. Sechstagefahrt im polnischen Jelenia Góra holte Andreas Cyffka mit Mike Sydow und Jens Fabke den Clubmannschaftssieg. Von 1983 bis zum Wende-Herbst 1989 war Andreas Cyffka MZ-Werksfahrer. In dieser Zeit erzielte der Gelenauer auch bei Europameisterschaften Top-Resultate. Anschließend stieg der gelernte Heizungsbauer auf Husqvarna um. Seinen größten Einzelerfolg feierte er im WM-Premierenjahr beim Heim-Wettkampf mit WM-Status von "Rund um die MZ-Stadt Zschopau" 1990. Und das mit einem Paukenschlag, denn der Gelenauer 500ccm-Fahrer gewann den 1. Fahrtag auf seiner 4-Takt-Husqvarna. Wenngleich es am Folgetag Platz 2 wurde, konnte sich Andreas Cyffka über den Gesamtsieg beider Tage vor heimischen Publikum freuen.

Gerüstbaufirma als Standbein nach dem Motorsport

Ein Jahr bevor der Endurosporler 1997 seinen Helm an den Nagel hängte, richtete er sich beruflich neu aus. Im Frühjahr startete er mit einer Gerüstbaufirma in die berufliche Selbständigkeit. Seine beiden Söhne, der 30-jährige Yannic und der zwei Jahre ältere Eric, bereits seit längerem Geschäftsführer, werden die Firma in seinem Sinne fortführen. Andreas Cyffka verhalf 1996 auch zur Gründung des Motorsportclub (MC) MEK als Gründungsmitglied. Viele Jahre arbeitete er im Vorstand, war sportlicher Leiter und in den letzten Jahren auch Vereinsvorsitzender, um den Endurosport in der Region weiter voranzubringen. Einer der engsten Freunde Andreas Cyffkas, Ole Fleischer, ist tief getroffen: "Ich kann es nicht glauben, die Nachricht hat mich schwer getroffen. Ich glaube, die ganze Enduro-Welt trauert um einen großartigen Sportler und Freund. Auf Andreas konnte man bauen. Er war zwar beruflich stark eingebunden, engagierte sich aber dennoch in großem Umfang für den Endurosport und vor allem für den Nachwuchs. Ferner gab er als Teamchef der Junior-Trophy eine Zeit lang seine Erfahrungen weiter."

Leidenschaft für seinen Sport bis zum Ende

Trotz seiner schweren Krankheit, die bereits 2016 diagnostiziert wurde, blieb seine Leidenschaft für den Sport ungebrochen. Regelmäßig war er bei Classic-Veranstaltungen unterwegs. Seinen letzten großen Sieg feierte Andreas Cyffka 2019 in seiner Klasse und in der Mannschaft bei der ADAC Classic Geländefahrt "Rund um die MZ Stadt Zschopau". Der Gelenauer hinterlässt eine große Lücke. Nicht nur Fans werden ihn durch seine aufgeschlossene Art unter anderem bei der diesjährigen Classic in Zschopau im Juni und bei der Enduro-WM im Oktober vermissen.