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Käse ist seine Leidenschaft

Käse Krumhermersdorfer holt seltene Sennerspezialitäten ins Erzgebirge

Lengefeld. 

Lengefeld. Wo seine Liebe für guten Käse herkommt, wüsste Frank Fritzsche selber gern. Fakt ist aber, dass sie nach seinem Sommeliers-Workshop vor etwa sieben Jahren in Hannover mächtig an Fahrt aufgenommen hat. Diese Liebe gibt er an seine Kunden im Lengefelder Einkaufsmarkt weiter. Urlaubsfeeling schafft er hier für Liebhaber der Berge. Oft spricht er dabei vom "Urlaub bis zum Tellerrand", den er ganz nebenbei mitverkauft. Dass das für Käse gilt, wissen längst viele. Sie kommen extra deswegen hier her. Mittlerweile hat er auch ein Regal mit etwa 70 Biersorten, die sonst in vielen Gegenden Bayerns nur regional zu bekommen sind. Regelmäßig erzählen ihm Kunden am Regal aus ihrem Urlaub.

Einstieg für solche Gespräche ist oft eine nur hier erhältliche Biersorte. Ohne entsprechende Netzwerke fänden diese Raritäten kaum den Weg nach Lengefeld. Meistens verbringt Frank Fritzsche seinen Urlaub im Süden Deutschlands, in Österreich oder in der Schweiz. Auf diesen Entdeckungsreisen stöbert er regelmäßig Seltenes und ganz Besonderes auf. Käsespezialitäten haben es ihm dabei ganz besonders angetan. Kern tritt er in die Welt der kleinen Käsereien ein, unterhält sich mit Sennern, schnuppert und kostet. Manchmal verliebt er sich dann auch.

Auch, wenn es nicht einfach ist, die nur in geringen Mengen produzierten Sorten ins Erzgebirge zu bringen, schafft er es immer wieder. Wie er das anstellt, gehört zu seinen Betriebsgeheimnissen.

Netzwerken ist jedenfalls alles und der teils hohe logistische Aufwand lohnt sich aus seiner Sicht allemal. Manchmal hilft ihm auch eine gehörige Portion Glück. Erst im vergangenen hat traf er in Südtirol den weltweit berühmte Käseaffineur Hubert Stockner. Er kauft hervorragende Käsesorten ein und verarbeitet sie weiter. Unter anderem lagert er Käse in einem alten Bergwerksstollen ein, der im ersten Weltkrieg noch als Bunker diente. . " Aufgrund der hohen Luftfeuchte entsteht so eine ganz außergewöhnliche Spezialität, den so genannten Bunkerkäse", bringt das Frank Fritzsche auf den Punkt. Selbstverständlich sei ein Gespräch mit Koryphäen wie ihm ein ganz besonderes Erlebnis. In Lengefeld wird ausschließlich Frischkäse veredelt. Die Rezepturen dafür entwickelt er mit seiner Mitarbeiterin Ute Kästner. Abwechslung ist dabei wichtig. So wird es für die Kundschaft nicht langweilig. Lieblingskäsessorten hat der Krumhermersdorfer natürlich auch. Der "Hornkuhkäse" ist ein sehr aromatisch gewürzter Schweizer Hartkäse. Die Senner geben ihren Spezialitäten oft recht lustige und einprägsame Namen. "Wilde Hilde", "Gepfeffertes Arschl", "Gute-Laune-Käse" und "Wilder Bernd" sind nur einige von bis zu 90 Sorten Käse in der Theke. Mittlerweile gibt es sogar die "Lengefelder Sünde". Dieser Käse hat seinen Namen umgangssprachlich von den Kunden selbst bekommen. Eigentlich heißt er "Delice d' Argental" und kommt aus Burgund. Im Erzgebirge ist er jedoch so beliebt, dass er hier seinen eigenen Namen hat. Frank Nitzsche zieht es schon bald wieder in den bergigen Süden. Sicherlich wird er auch diesmal wieder Dienstliches und Urlaub miteinander verbinden.