"Kammweg löste Wanderboom aus"

Interview mit Veronika Hiebl, Geschäftsführerin Tourismusverband Erzgebirge

Mehr als ein Jahr nach Einführung der neuen Dachmarke "Erlebnisheimat Erzgebirge" und der entsprechenden Marketingstrategie zog der Tourismusverband Erzgebirge (TVE) eine erfolgreiche Bilanz. BLICK sprach mit TVE-Geschäftsführerin Veronika Hiebl über Erfolge und Ausblicke:Vorspann

Womit kann der Tourismusverband besonders punkten?

Von Januar bis September dieses Jahres konnten Zuwächse von 4,2 Prozent bei den Gästeankünften (792.906) und von 4,1 Prozent bei den Übernachtungen (2.407.777) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet werden. Einen regelrechten Wanderboom löste die Eröffnung des Kammweges Erzgebirge-Vogtland im Mai 2011 aus. Die Zahl der Buchungen hat dabei kühnste Erwartungen übertroffen. Der durch die Wanderpauschalen generierte Umsatz hatte sich bereits von 2010 auf 2011 um 30 Prozent erhöht.

Wie lief es bisher in diesem Jahr?

In der Wandersaison 2012 von Mai bis November nahm der Umsatz um über 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Der Kammweg ist auf dem Markt angekommen und hat sich als eines der herausragenden Angebote und touristisches Zugpferd entwickelt. Auch steigerten sich im Jahr 2011 die Verkäufe der "ErzgebirgsCard" um acht Prozent. Ebenso nahm die Zahl der Partner, die sich an den Marketingaktivitäten des Verbandes beteiligen wollen zu und der Verband konnte neue Mitglieder gewinnen. Ich wage die Prognose, dass wir das Jahr 2012 mit einem Übernachtungsplus von vier Prozent abschließen können.

Was sind die Top-Themen für 2013?

Zwei Dinge wollen wir ganz intensiv in Angriff nehmen. So gilt es, die Fusion mit der Tourismusgemeinschaft Silbernes Erzgebirge auch inhaltlich zu vollziehen. Dazu gehört, neue Mitglieder zu gewinnen, die Partner einzubinden und vor allem mehr Basisnähe herzustellen. Ganz wichtig ist die Netzwerkarbeit, bei der sich die Mitglieder mit einbringen, mitbestimmen und mitgestalten. Mit Blick auf die Neuausrichtung seiner Kommunikationsstrategie setzt der TVE ab 2013 zudem noch konsequenter auf das Thema Qualität. Gemeinsam mit den Mitgliedern soll hierzu im kommenden Jahr eine Qualitätsstrategie erarbeitet werden. Der Verband wird einen zentralen Ansprechpartner etablieren, der sich um die Themen Qualität, Innovation und Bildung kümmert. Geplant ist auch, zu den vier Produktlinien Arbeitsgruppen zu bilden, in denen die Leistungsträger mitarbeiten und ihr Know-how einbringen können.