Karzl-Figur grüßt die Auerbacher

Kunst Reiner Schulze hat das beliebte Maskottchen nachgeschnitzt

Auerbach. 

Auerbach. Seit einigen Tagen grüßt eine ganz besondere Holzfigur die Radfahrer und Spaziergänger am Radweg auf dem alten Bahndamm in Auerbach im Erzgebirge. Das Karzl, das Maskottchen der Räucherkerzenfirma Huss in Neudorf, kennt fast jeder Erzgebirger. Auf einer Holzbank sitzend lächelt das Männlein mit einem Fliegenpilz in der Hand den Vorbeikommenden zu.

In 20 Arbeitsstunden zum fertigen Karzl

Das Karzl wurde von Reiner Schulze geschnitzt, der seit 40 Jahren Mitglied im Schnitzverein Auerbach ist. Der 70-Jährige bekam vor zwei Jahren einen Kettensägenschnitzlehrgang in Königswalde geschenkt, da er seinen Schnitzhorizont unbedingt erweitern wollte. Um das neu Erlernte dann in die Praxis umzusetzen, versuchte er sich zunächst an einem Pilz mit Gesicht. "Ich hatte den Wunsch, das Karzl einmal selbst zu schnitzen. Den Stamm aus Fichtenholz habe ich von meinem Nachbarn bekommen, der bei ihm anderthalb Jahre lang im Garten stand", sagt Reiner Schulze, der mit der Schließung des Friseurgeschäftes seiner Tochter durch Corona, in dem er bis heute mitarbeitet, viel Freizeit hatte. Für die Sägearbeiten sowie die Bemalung hat er etwa 20 Arbeitsstunden gebraucht.

Appell an die Vernunft

Obwohl Reiner Schulze das Karzl von sich aus öffentlich am Radweg hingestellt hat, hat er Angst vor eventuellen Beschädigungen. Andere Werke von ihm und den anderen Schnitzern sind bisher glücklicherweise verschont geblieben. Der 70-Jährige, der diesbezüglich an die Vernunft der Bürger appeliert, arbeitet bereits an seinem nächsten Projekt: Eine Sitzbank mit einer schützenden Hand für den Friedhof.