Kein Netz für Adorfer Bürger

Verein Ohne Vorwarnung wurde den Anwohnern der Internetanschluss gekündigt

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Ralf Kretzschmar und seinen Nachbarn aus Adorf wurde ohne Vorankündigung das Internet gekündigt. Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Adorf. Thomas Singer, Ralf Kretzschmar und Lars Blümich wohnen im Tiergartenweg in Adorf. Mit ihren Telefon- und Internetanschlüssen sind sie seit 2008 Kunden bei Alice, was ein paar Jahre später von O2 aufgekauft wurde. "Wir haben hier eine 16.000er Leitung, aber der Verteilerpunkt ist sehr weit weg, weshalb nur etwa ein bis zwei Mbit pro Sekunde ankommen", erzählt Thomas Singer. Es gibt jedoch keinen anderen Anbieter, der auf ihrer Straße überhaupt DSL anbietet.

Auf einmal war das Netz weg

Ende Januar wurde der Vertrag der Anwohner zum 31. März gekündigt. "Als Begründung hieß es, wir hätten ein Produkt aktiviert, welches sie nicht weiter zur Verfügung stellen können", berichtet Ralf Kretzschmar. Allerdings hat keiner von ihnen jemals ein Produkt gebucht. Nach telefonischer Nachfrage wurde ihnen erklärt, dass O2 von A-DSL auf V-DSL umstellen möchte. Dadurch wäre es nicht mehr möglich, Internet über Kabel zu empfangen.

"Das bedeutet, dass wir seit dem ersten April weder im Internet surfen, noch telefonieren können", sagt Lars Blümich. Die einzige Alternative besteht derzeit in einem Telefonie- und Internetzugang über das Mobilnetz. Dadurch entstehen allerdings auch Zusatzkosten von monatlich etwa 15 Euro sowie Anschlusskosten und Anschaffungskosten für neue Geräte.

Die Gemeinde Neukirchen unterstützt die Betroffenen in Zusammenarbeit mit dem Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz. Es ist gelungen, dass die Telekom bereits an einer Übergangslösung für die Betroffenen arbeitet, bis Ende des Jahres der Vektoring-Ausbau in Adorf abgeschlossen sein wird.