Kinder werden für Handicap sensibilisiert

Blindenfußball Bundesweites Projekt vermittelt Gornauer Kindern Respekt und die Bedeutung von Teamgeist

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Wegen der speziellen Brillen konnten die Nachwuchs-Kicker nichts sehen, während sie den Anweisungen von Jörg Fetzer folgten. Foto: Andreas Bauer

Gornau. Neben dem sportlichen Aspekt legt die Gornauer "Nachwuchsschmiede" auch viel Wert auf soziale Kompetenzen. Der Förderverein für Kinder- und Jugendsport beteiligte sich deshalb am bundesweiten Förderprojekt "Neue Sporterfahrung", das Fußballvereinen eine außergewöhnliche Trainingseinheit für den Nachwuchs ermöglicht.

Auch in Gornau mussten die jungen Kicker dabei spezielle Brillen aufsetzen, die ihnen jegliche Sehkraft nahmen. Schließlich dreht sich das Projekt um den Blindenfußball. "So konnten die Kinder nachempfinden und respektieren, wie Menschen mit einem Handicap leben. Gleichzeitig wurde im Training deutlich, wie wichtig die gegenseitige Unterstützung ist und was sie bewirken kann", sagt der Nachwuchsschmiede-Vorsitzende Kevin Arnold, der sich über den gezeigten Teamgeist freute.

Fußball kann man auch ohne Sehsinn spielen

Neben einem Projektbetreuer aus Düsseldorf hatte auch Jörg Fetzer den Kindern viel zu erzählen. Als Kapitän der Blindenfußball-Mannschaft des Chemnitzer FC verfügt der 46-Jährige über viele wichtige Erfahrungen. Als Kind ging er noch wie jeder andere Nachwuchskicker auf Torejagd, doch aufgrund einer genetischen Veränderung ließ seine Sehkraft ab dem Alter von 19 Jahren immer mehr nach.

Inzwischen erkennt Fetzer nur noch verschwommene Umrisse, doch der studierte Verwaltungsjurist genießt sein Leben dennoch. Auch, weil er mit dem Blindenfußball ein tolles Hobby gefunden hat. Rasseln im Ball verraten ihm, wo das runde Leder gerade ist.

Lotsen müssen den Spielern Anweisungen geben, damit sie sich orientieren können

Noch wichtiger sind jedoch die Kommandos von außerhalb des Spielfeldes stehenden Lotsen. Mit kurzen klaren Anweisungen koordiniert der sogenannte Guide die Bewegungen der Spieler. Er teilt die Entfernung zum Tor mit, die Position der Gegenspieler oder den angestrebten Passweg.

Die Kinder, die das Training in vollen Zügen genossen, erfuhren unter anderem vom Geheimkommando "Banane". Damit ist gemeint, im Bogen um einen Gegenspieler herumzulaufen.



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