Kirchberg: Das Rätsel um den gefiederten Nachbarn

natur Sommergast möchte wohl überwintern

Cunersdorf. Ein für die Jahreszeit doch recht ungewöhnlicher Anblick bietet sich derzeit in Cunersdorf bei Kirchberg. Während rundherum die Bäume in bunten Herbstfarben schillern und sich seine Artgenossen schon vor Wochen in südliche Breite aufgemacht haben, hält ein Storch auf der 27 Meter hohen Esse weiter die Stellung. Über die Gründe, weshalb Meister Adebar die lange Reise nicht angetreten hat, kann letztendlich nur spekuliert werden. Eine Möglichkeit besteht darin, dass es sich um einen unerfahrenen Jungstorch handelt, der schlichtweg den Anschluss verpasst hat. Sollte er allein auf sich gestellt Nässe, Kälte, Sturm und Schnee der kommenden Monate überstehen, dürfte er künftig zu den Härtesten seiner Art gehören. Grundsätzlich ist es so, dass Störche auch in der hiesigen Region überwintern können. Sind die Grundvoraussetzung erfüllt - also der Winter mild ist, wenig Schnee liegt und der Frost mäßig bleibt - finden sie noch genügend Nahrung wie Mäuse, Regenwürmer, kleine Schnecken oder Fische. Als großem Vogel macht dem Storch die Kälte kaum etwas aus, da er die Wärme wesentlich besser speichern kann als kleine Singvögel wie Meise und Spatz. Trotzdem zieht mancher Adebar dann doch noch in südlichere Gefilde. Ungeachtet dessen haben Vogelschützer auf Winterstörche ein wachsames Auge.