Kirchenmusiker gestorben: Schwarzenberg trauert um Ehrenbürger

Rolf Rademann stirbt am ersten Weihnachtsfeiertag

Schwarzenberg/Erzgeb.

Die Stadt Schwarzenberg trauert um ihren Ehrenbürger Rolf Rademann. Der bekannte Kirchenmusikdirektor i.R. verstarb in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag im Alter von 91 Jahren in Dresden. Das hatte seine Familie mitgeteilt.

Oberbürgermeister mit Beileidsbekundungen

In der sächsischen Landeshauptstadt lebte Rademann im Schwanenhaus der Diakonie. Schwarzenbergs Oberbürgermeister Ruben Gehart sprach der Familie sein tief empfundenes Beileid aus. Er würdigte Rademanns Verdienste um die Kirchenmusik. Er habe damit die Stadt überregional bekannt gemacht, so Gehart.

In Erinnerungen schwelgen

Dem Stadtchef bleiben beispielsweise die Christmetten mit den großen Chören unter Rademanns Leitung unvergessen: „Es ist schön, dass die Schwarzenberger Kirchenmusik durch den aktuellen Kirchenmusikdirektor Matthias Schubert unverändert auf höchstem Level gehalten wird.“

Rolf Rademanns Geschichte

Rolf Rademann war 1966 nach Schwarzenberg gekommen. Hier trat er den Dienst als Kantor an. 1983 wurde er Kirchenmusikdirektor im Kirchenbezirk Aue. Seine vier Kinder reflektieren diese Lebensphase bis heute als sehr segensreiche Schaffenszeit des Vaters. Er leitete beispielsweise einen großen Oratorienchor, konnte aber auch auf eine mitgliederstarke Kurrende sowie eine Vorkurrende bauen. Das noch heute aktive „Collegium Musicum“ führte Rademann außerdem zu besonderen musikalischen Leistungen.

Große Begeisterung für Kirchenmusik entfacht

Mit seinem Engagement entfachte er bei vielen Menschen eine große Begeisterung für die Kirchenmusik. „All dies gelang ihm über Jahrzehnte hinweg in beeindruckender Weise“, so sein Sohn Hans-Christoph Rademann, der in die musikalischen Fußstapfen seines Vaters trat.

Sohn lobt Vater für großartigen Verdienst

Angesichts des erheblichen staatlichen Drucks auf die Kirche in der damaligen DDR sieht er dies als einen außergewöhnlichen Verdienst seines Vaters. „Seine kritische Haltung gegenüber der staatlich verordneten Meinung vertrat er auch in der Öffentlichkeit“, sagt der Sohn.

Zugang zur Musik gegeben

Rolf Rademann sei es ein lebenslanges Anliegen gewesen, das Wort Gottes zu verkündigen. Durch den langjährigen Kirchenmusikdirektor fanden zahlreiche Menschen Zugang zur Musik, sei es in der Kurrende, im Chor, im Orchester, als Klavierschüler oder Konzertgast.

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